Sonntag, 18. Dezember 2016

[Rezension] Das Gesicht meines Mörders von Sophie Kendrick

Titel: Das Gesicht meines Mörders
Autor: Sophie Kendrick
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 16.12.2016
Seiten: 320
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-499-27273-8
Originalpreis: 9,99€

Klappentext: 
Sie muss sich erinnern, um zu überleben. Als Clara aus dem Koma erwacht, ist ihr bisheriges Leben wie ausgelöscht. Sie erinnert sich weder ihren eigenen Namen noch an ihren Ehemann, den Schriftsteller Roland Winter. Auch nicht an den Einbrecher, der sie niedergeschlagen haben soll. Freunde scheint sie keine zu haben – Roland ist ihre einzige Verbindung zur Vergangenheit. Mit seiner Hilfe wagt Clara einen Neuanfang. Bis jemand versucht, sie umzubringen. Und die junge Frau begreift, dass sie sich erinnern muss, um zu überleben. Schritt für Schritt rekonstruiert Clara ihr Leben und stößt auf eine geheimnisvolle Frau, mit der sie am Tag des Unglücks verabredet war. Und die seither spurlos verschwunden ist. 

Meinung:
Das Cover ist des Romans ist eher unauffällig und kann nur sehr indirekt mit dem Inhalt in einen Zusammenhang gestellt werden. Die Wassertropfen sind allerdings echt hübsch gemacht. Der Titel gefällt mir nicht so, weil Clara ja nicht wirklich tot ist, aber zumindest ist er provokant anziehend. Der Klappentext verrät nur wenig über die Handlung, auch wenn der letzte Abschnitt ein Ass im Ärmel ist, den man sich hätte bewahren können. Dennoch schafft er es schon vor der Geschichte selbst ein beklemmendes Gefühl zu erzeugen.

Der Anfang des Romans lässt nicht nur die Protagonistin, sondern auch den Leser ein bisschen verwirrt zurück, wird aber am Ende aufgeklärt und ist dafür auch bedeutend. Im Grunde haben wir hier eine typische Thrillergeschichte, die sich komplett um das Thema Amnesie dreht, an der die Hauptfigur leidet. Zwar wird der Roman anfangs sehr geheimnisvoll präsentiert, zeigt aber schnell, dass die Autorin lieber auf altbekannte Elemente zurückgreift und so kommt schon früh ein Verdacht auf, wer in die Sache involviert ist und vor allem auch, was es mit Clara auf sich hat. Dennoch würde ich nicht sagen, dass es schlecht geschrieben wurde. Es gibt auch Charaktere, bei denen man nie sicher ist, ob sie nun gut sind oder nicht. Das Schwesternmotiv an sich und die Hintergrundgeschichte mit der Flucht aus dem Osten fand ich sehr spannend, aber es wurde so klischeehaft und einfach aufgelöst wie möglich. Dementsprechend ist das Ende zwar sehr spannend und birgt auch Überraschungsmomente, ist aber im Endeffekt vorherzusehen.

Clara ist die Perspektivträgerin der Geschichte und eine sehr sympathische Person. Da sie ihr Gedächtnis verloren hat, ist es auch sehr glaubwürdig, dass sie eher grob charakterisiert wird. Aufmerksame Leser können sich recht schnell zusammenreimen, was es mit ihr auf sich hat. Ein weiterer wichtiger Charakter für die Geschichte ist Roland, Claras Mann und ihr einziger Ansprechpartner. Und auch die verschwundene Frau aus dem Klappentext spielt eine zentrale Rolle. Allgemein würde ich sagen, dass die meisten Charaktere vielschichtig und vor allem auch glaubwürdig sind, auch wenn das Motiv von Claras „Mörder“ meiner Meinung nach etwas lasch war, wenn ich es mit meinen Erwartungen vergleiche.

Der Schreibstil ist recht kühl und passt hervorragend zum Thriller. Durch die Ich-Perspektive kommt man Clara näher und entdeckt hautnah mit ihr die Geschichte, denn auch für sie ist alles neu. Dadurch ist sie auch die perfekte Identifikationsfigur. Der eher distanzierte Ton unterstreicht dies noch einmal. Man ist gleichzeitig nah an der Figur dran und gleichzeitig auch wieder nicht, weil sie nicht weiß, wer sie ist.

Der Roman hat auf jeden Fall Unterhaltungscharakter, der allerdings eher kurzweiliger Art ist. Lange bewegt er den Leser leider nicht, obwohl die Geschichte an sich durchaus schockierende Moment aufweist. Vor allem die Ostgeschichte war zwar unerwartet, aber richtig gutgeschrieben. Dennoch sorgt vor allem die klischeehafte Verarbeitung des Stoffes dafür, dass die der Roman zwar unterhaltend ist, aber nichts Besonderes. Gerade bei einem Thriller sind Überraschung und Schock zwei wichtige Komponenten, die aber durch die leicht zu erahnende Handlung kaum aufkommen.

Fazit:
„Das Gesicht meines Mörders“ ist ein spannender Thriller, bei dem man schnell mitfiebert, aber bereits früh erahnen kann, wer der Mörder war und was mit Clara passiert ist. Dennoch ist der Roman unterhaltend.

Gesamt: 3/5

Inhalt: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

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