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Sonntag, 15. September 2019

[Rezension] Nanos - Sie bestimmen, was du denkst von Timo Leibig

Titel: Nanos - Sie bestimmen, was du denkst
Reihe: Malek Wutkowski
Band: 1
Autor: Timo Leibig
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 24.09.2018
Seiten: 512
Verlag: Penhaligon
Format: Paperpack
ISBN-13: 978-3-7645-3190-4
Originalpreis: 16,00€

Kurzbeschreibung:
Deutschland 2028: Die Bevölkerung ist hörig. Dank Nanoteilchen in Lebensmitteln und im Trinkwasser glauben die Menschen alles, was ihnen die Regierungspartei weismacht. Nur wenige sind »free«, also resistent gegen die manipulativen Nanos – und sammeln sich im Untergrund zu einer Rebellion. Unter ihnen befindet sich der entflohene Sträfling Malek, ein Mann, der nur ein Ziel hat: überleben. Und wer wie er nichts zu verlieren hat, den kümmert auch kein Freiheitskampf – wäre da nicht jenes Versprechen, das er seinem besten Freund auf dem Totenbett gab …

Meinung:
In Zeiten der Digitalisierung bewegt die Menschheit vor allem auch das Thema Überwachung und Meinungsfreiheit. Viele Dystopien zeichnen düstere Zukunftsszenarien, in denen kein Mensch mehr einen Schritt tun kann, ohne dass er dabei genau beobachtet und seine eigene Meinung beschnitten würde. Die Idee hinter „Nanos – Sie bestimmen, was du denkst“ ist dabei trotzdem originell, denn die Menschen wissen gar nicht, dass sie manipuliert werden. Sie fügen sich in das System und erkennen dessen Makel nicht. So eine Idee klingt gar nicht so abwegig und ist daher umso erschreckender. Aber kann der Roman damit auch überzeugen?

Die Geschichte beginnt bereits brisant, man bekommt im Prolog einen direkten Einblick in die neue Nano-Technik, die Jahre später den Alltag Deutschlands prägen soll. Leider bleibt das Buch nicht so vielversprechend wie es beginnt. Zunächst wird der Protagonist Malek eingeführt, der sich ungewollt direkt mit ein paar Rebellen anlegt. Auch Maria lernt der Leser schnell kennen und erfährt von ihr, wie es ist, in diesem System zu leben. Leider schwächelt der Roman, je mehr Seiten er hat. So interessant das Ausgangsszenario ist, so wenig wird es letztendlich behandelt. Zwar fließen die Nanos und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft in die Handlung ein und formen sie auch, aber es wirkt ein bisschen als hätte man eine Prise Action, eine Prise Krimi und eine Prise Thriller in einen Topf geworfen und gerade zum Ende hin wirkt die Handlung fast ein bisschen absurd. Es gibt viel Potenzial und viel, was man tiefgehender behandeln könnte, aber dazu kommt es nicht. Stattdessen werden dem Leser zwischendrin eher belanglose Szenen serviert, was zu einer sehr zähen Leseerfahrung führt. Dass einige Handlungselemente sehr vorhersehbar waren, hat es auch nicht besser gemacht.

Gerade die Charaktere sind vermutlich auch daran schuld, dass der Roman weniger zu begeistern weiß, als das Thema erhoffen lässt. Der Fokus der Geschichte liegt auf Malek und Maria und beide kann man nicht gerade als sympathisch bezeichnen, aber der Knackpunkt ist eigentlich, dass eigentlich kein Charakter in diesem Buch wirklich sympathisch ist. Es gibt interessante Charaktere wie den Konfessor, das kann man nicht bestreiten, aber insgesamt bleiben alle Figuren recht blass. Das erleichtert es nicht gerade, mit ihnen mitzufiebern. Gerade die Rebellen waren mir ein bisschen zu klischeehaft.

Leibigs Schreibstil liest sich ein bisschen holprig, aber grundsätzlich flüssig. Er versucht seinen Charakteren authentische Stimmen zu verleihen und schafft es auch oft. Manchmal ist es aber auch zu viel des Guten. Gerade die Metaphern sind häufig schief. Ansonsten wartet das Buch aber selten mit ermüdenden Beschreibungen auf und lässt sich daher ganz gut lesen. Dennoch hätte es gerade hier mehr davon geben können, da der Fokus verschoben wird. Statt die Welt mit den Nanos in den Vordergrund zu stellen wird hier die Formel eines typischen Actionfilms ins Buchformat übersetzt.

Ich hatte von Anfang an Mühe mit dem Roman. Die Charaktere wollen nicht ganz überzeugen und auch die Welt bleibt recht blass. Man bekommt als Leser nicht die Antworten, die man sich wünscht und wird am Ende auch noch mit Handlungswenden überrascht, die so gar nicht passen wollen, geschweige denn den Erwartungen an einen solchen Roman entsprechen. Insgesamt ist es natürlich trotzdem ein interessantes Zukunftsszenario, aber man sollte im Kopf behalten, dass es eher die Hintergrundgeschichte zur Handlung bildet. Einen zweiten Band gibt es mittlerweile auch schon. Ob der die offenen Fragen aufzulösen weiß, ist fraglich.

Fazit:
„Nanos – Sie bestimmen, was du denkst“ bietet gerade Fans von Actionfilmen gute Unterhaltung. Es gibt den typischen abgebrühten Protagonisten, der im Laufe der Geschichte den Helden spielen muss. Die Hintergrundgeschichte lässt ein bisschen zu wünschen übrig, ist aber insgesamt trotzdem interessant. Wenn man allerdings vor allem daran interessiert ist, sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangehen.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 2/5
Schreibstil: 3/5

Gesamt:

Sonntag, 6. Januar 2019

[Rezension] Thalamus von Ursula Poznanski

Titel: Thalamus
Autor: Ursula Poznanski
Sprecher: Jens Wawrczeck
Genre: Thriller, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 13.08.2018
Hörzeit: 12 Stunden, 8 Minuten
Verlag: der Hörverlag
Format: Hörbuch
Fassung: Ungekürzt
ISBN-13: 978-3-8445-3029-2
Originalpreis: 17,00€

Kurzbeschreibung:
Der fremde Wille im eigenen Kopf
Nach einem Motorradunfall soll sich der 17-jährige Timo im Rehabilitationszentrum Markwaldhof von seinem schweren Schädel-Hirn-Trauma erholen. Schnell stellt er fest, dass sich merkwürdige Dinge im Haus abspielen: Der Wachkomapatient, mit dem er sich das Zimmer teilt, läuft nachts herum, spricht – und droht damit, Timo zu töten, falls er anderen davon erzählt. Und allmählich entdeckt Timo an sich selbst Fähigkeiten, die neu sind: Er kann Dinge, die er nicht können dürfte. Weiß von Sachen, die er nicht wissen sollte …

Meinung:
Mit „Thalamus“ wagt sich Poznanski wieder an ein neues Thema heran. Diesmal geht es um neurologische Krankheiten. Dass die Autorin ausgezeichnete Jugendthriller schreiben kann, die den Zeitgeist treffen, hat sie bisher mit ihren anderen Werken wie „Erebos“ oder „Elanus“ schon oft bewiesen.

Der Einstieg in den Roman ist schnell und der Leser ist von Anfang an dabei, während Timo seinen Unfall hat, wodurch das Geschehen viel präsenter wird. Gleichzeitig ist die Spannung dadurch auch von der ersten Seite an da. Poznanski gelingt es sehr gut, die Atmosphäre des Krankenhauses und des Rehabilitationszentrums einzufangen. Auch die Interaktionen zwischen der Familie und alten und neuen Bekannten werden dabei nachvollziehbar geschildert. Die Handlung zieht sich im Roman zwischenzeitlich etwas hin und am Ende passiert dann alles auf einmal. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn es ist sehr angenehm, den Alltag im Rehabilitationszentrum mitzuerleben. Gerade dies ist auch die große Stärke des Romans, da er trotz oder gerade wegen der alltäglichen Schilderungen überzeugt und Nähe zum Leser aufbaut. Etwas schade ist allerdings, dass einzelne Plotelemente schnell vorhersehbar sind und das Ende daher ein wenig an Einschlagkraft verliert, auch wenn es gerade durch die vielen Ereignisse, die sich schließlich auftun, dennoch sehr spannend ist. Das grundsätzliche Szenario ist ein wenig gruselig, aber auch sehr faszinierend.

Timo kann als typischer Protagonist beschrieben werden. Wie auch in anderen Romanen der Autoren bleibt er charakterlich eher zurück und bietet dadurch hohes Identifikationspotenzial. Er ist neugierig und schließt schnell Freundschaften, wodurch er aber auch sympathisch wirkt. Dass es ihm an tiefgehendem Charakter fehlt, ist in diesem Fall gar nicht schlimm, da es im Roman nicht darum geht. Manchmal agiert Timo zwar etwas irrational, aber auch das wird in der Regel nachvollziehbar beschrieben. Die anderen Charaktere bekommen vergleichsweise etwas mehr Raum für Tiefe und bleiben einem im Kopf präsent, da sie alle auf ihre Art außergewöhnlich und doch normal sind.

Jens Wawrczeck hat bisher alle Hörbücher der Autorin eingesprochen, in denen der Protagonist männlich ist. Auch diesmal macht er seine Sache grandios und erzeugt eine realistische Geräuschkulisse, bei der immer klar ist, wer spricht. Auch Poznanskis bildlicher Schreibstil passt wieder sehr gut, wodurch gerade die von ihr erzeugte Atmosphäre in den Vordergrund tritt. Dadurch fiebert man als Leser umso mehr mit Timo mit.

Obwohl das Thema nicht so spielerisch oder abenteuerlich ist wie manch andere Romane der Autorin, ist ihr trotzdem ein spannender und vor allem auch sympathischer Jugendthriller gelungen. Wie immer kann man einige Handlungsfäden schon vorhersehen, aber das tut dem Lesen keinen Abbruch, da das Gesamtkonstrukt dennoch interessant ist und Poznanski zwischendurch immer wieder zu überraschen weiß. Der Sprecher hat maßgeblich dazu beigetragen, den Roman und die Charaktere lebendig werden zu lassen. Das Thema des Romans ist auch wieder hochaktuell und bietet dafür viel Stoff für Diskussionen.

Fazit:
„Thalamus“ ist wieder eine gelungene Komposition aus sympathisch und lebensnahen Charakteren und einer spannenden Handlung mit relevantem Thema. Der Sprecher Jens Wawrczeck macht den Roman außerdem zu einem besonderen Hörbuch-Vergnügen.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Sprecher: 5/5
Schreibstil: 4/5
Hörspaß: 5/5

Gesamt:

Donnerstag, 13. September 2018

[Rezension] Lying Game - Und raus bist du von Sara Shepard

Titel: Und raus bist du
Reihe: Lying Game
Band: 1
Autor: Sara Shepard
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 12.03.2012
Seiten: 320
Verlag: cbj
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-30800-4
Originalpreis: 9,99€





Kurzbeschreibung:
Ein Zwilling verschwindet – ein tödliches Spiel beginnt ... 
Kurz vor ihrem 18. Geburtstag macht Emma via Facebook eine überraschende Entdeckung: Sie hat eine eineiige Zwillingsschwester! Doch noch bevor sie Sutton treffen kann, erhält sie die mysteriöse Nachricht, dass ihre Schwester tot ist – und sie ihre Rolle übernehmen soll. Der Beginn eines gefährlichen Lügen-Spiels: Aus Emma wird Sutton, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Dabei übernimmt sie nicht nur Suttons Leben als makelloses Upperclass- Girl, die teuflischen Glamour-Freundinnen und Boyfriend Garret – sondern gerät auch in tödliche Gefahr. Denn nur der Mörder weiß, dass Emma nicht Sutton ist ...

Meinung:
„Lying Game“ ist Shepards zweite Romanreihe, die sich wieder von Lügen, Intrigen und Teenager handelt – genau wie die bekannte und beliebte Buchreihe „Pretty Little Liars“. Und genau wie diese wurde auch „Lying Game“ bereits verfilmt. Aber da hören die Ähnlichkeiten dann auch schon langsam auf. Kann der Romanauftakt der Vorgängerreihe das Wasser reichen?

Der Einstieg in dieses Buch ist gleichzeitig originell und gewöhnungsbedürftig. Die verstorbene Sutton muss als Geist ihrer Zwillingsschwester Emma folgen. Dabei weiß und sieht sie alles, was Emma auch sieht. Emma wiederum erfährt per Zufall von ihrer Zwillingsschwester und macht sich auf die Suche nach ihr – und muss sich plötzlich als diese ausgeben. Die Idee des Buches ist durchaus interessant und spannend, aber wird leider nicht sonderlich spannend erzählt. Zumindest hatte ich nie das Gefühl, dass es wirklich ernst wurde. Vieles war leider auch sehr vorhersehbar. Der Kern der Geschichte ist das sogenannte Lügenspiel und das ist tatsächlich ganz interessant. Das Ende kam etwas unerwartet und es gibt einen Cliffhanger, aber das Niveau des Romans richtet sich an Jugendliche und so komplex ist die Geschichte auch gehalten. Trotzdem kommen einige Fragen auf, die – sonst wäre es ja langweilig – nicht im ersten Band beantwortet werden.

Sutton und Emma sind zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Sutton verwöhnt und reich aufgewachsen ist, wurde Emma von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht. Ich wünschte allerdings, der Kontrast hätte sich etwas mehr in Emmas Schauspielerei niedergeschlagen. Grundsätzlich sind beide Figuren sympathisch, aber das liegt daran, dass die Geist-Sutton ihr Gedächtnis verloren hat und sich nur noch an unwichtige Dinge erinnert. Ihre Perspektive bietet durchaus eine ungewöhnliche Komponente, allerdings muss man sich daran gewöhnen, dass sie ständig unnötig in die Geschehnisse reinredet und dabei nicht einmal etwas Wichtiges zu sagen hat. Die anderen Charaktere, die Emma in Suttons Leben kennenlernt, scheinen alle ziemlich oberflächlich zu sein – verwöhnte Gören. Nach und nach erfährt man aber mehr über sie. Generell muss man aber sagen, dass die Charaktere hier weniger stark im Vordergrund stehen als die Handlung und die Ausarbeitung dadurch entsprechend flach ausfällt. Das kann sich aber noch im Laufe der Reihe ändern.

Der Schreibstil liest sich wie bei jedem von Shepards Romanen. Man fliegt nur so durch die Seiten, was durch die kurzen Kapitel noch begünstigt wird. Wie gesagt ist Sutton als Perspektivträgerin etwas gewöhnungsbedürftig und diese Art der Erzählung kann auch etwas verwirren. So werden Suttons Ich-Perspektive und Emmas personale Erzählstimme vermischt. Dabei ist nicht ganz klar, ob Sutton widergibt, was Emma erlebt und denkt, oder ob die Perspektiven nur zusammengefügt werden. Das ist aber insgesamt nicht schlimm, da der Roman sich sehr locker liest und sich sprachlich an Jugendliche richtet.

„Und raus bist du“ ist wieder ein origineller Unterhaltungsroman von Shepard. Das Buch liest sich ausgezeichnet in einem Rutsch durch. Obwohl die Handlung zumindest in diesem Band nicht sonderlich komplex zu sein scheint und Spannung für meinen Geschmack nicht wirklich aufgebaut wurde, habe ich das Buch gerne gelesen und bin gespannt auf den nächsten Band. Man sollte nicht zu viel erwarten, aber als Lektüre für zwischendurch ist der Roman perfekt.

Fazit:
Der Auftakt zu „Lying Game“ wird „Pretty Little Liars“-Fans ebenfalls begeistern können. Die beiden Protagonistinnen sind sympathisch und zusammen mit ihnen taucht man ins Leben der Reichen und Schönen ein – und in ihr Meer aus Intrigen, Lügen und Geheimnissen. Die Handlung ist zwar an manchen Stellen vorhersehbar, aber dennoch unterhaltend. Und wie üblich bei Shepard wartet auch hier der ein oder andere Twist auf den Leser.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 3/5

Gesamt:

Donnerstag, 15. Februar 2018

[Rezension] Layers von Ursula Poznanski

Titel: Layers
Autor: Ursula Poznanski
Sprecher: Jens Wawrczeck
Genre: Thriller, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 17.08.2015
Hörzeit: 12 Stunden, 45 Minuten
Verlag: der Hörverlag
Format: Hörbuch
Fassung: Ungekürzt
ISBN-13: 978-3-8445-1935-8
Originalpreis: 14,99€

Kurzbeschreibung: 
Dorian lebt auf der Straße und steckt so richtig in der Klemme: Er fühlt sich von der Polizei verfolgt. Unverhofft hilft ihm ein Fremder und versteckt ihn in einer Villa, wo Dorian Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben. Als Gegenleistung soll er geheimnisvolle, versiegelte Werbegeschenke verteilen. Als Dorian eines der Geschenke für sich behält, gerät sein Leben in Gefahr. 

Meinung: 
Wenn man sich das Cover genau ansieht, passt es– wie üblich – inhaltlich perfekt zu Poznanskis Roman, auch wenn die Thematik auf den ersten Blick nicht gleich zu erahnen ist. Da das Hörbuch quadratisch ist, sieht man hier leider wenig von den wichtigen Randelementen. Da ich die Bücher der Autorin sehr schätze, habe ich dieses Hörbuch angefangen, ohne vorher den Klappentext zu lesen. Ich persönlich finde das Buch im Nachhinein spannender ohne Klappentext, weil der doch sehr weit in die Geschehnisse hineinreicht.

Wie üblich schwingen auch in diesem Roman viele gesellschaftskritische Elemente mit. Als obdachloser Jugendlicher bringt der Protagonist bereits die besten Voraussetzungen für Konfliktpotenzial mit. Dennoch würzt Poznanski das Ganze noch einmal mit einer Prise Spannung und spinnt ein unglaubliches Netz um Dorian. Macht und wie man sie nutzen kann, ist dabei nur ein Aspekt, der im Roman aufgegriffen wird. Durch die Layers kommt außerdem noch eine moderne Technikkomponente dazu. Generell spinnt die Handlung ein interessantes Psychospiel um Dorian. Obwohl die Plotstränge sehr verwickelt sind und die Ereignisse überwiegend nicht vorhersehbar, erreicht das Buch trotzdem nicht Poznanskis übliches Niveau. Es wirkt einfach viel konstruierter als sonst und dadurch kann einen die Handlung nicht so mitreißen. Aber teilweise war das Buch zwischendrin auch sehr langatmig. Wer Poznansikis Romane bereits kennt, wird auch mit der obligatorischen Liebesgeschichte rechnen, die hier leider wirklich furchtbar inszeniert wird. Sie wirkt völlig aufgesetzt und ist auch irgendwie unnötig.

Ich konnte mit Dorian leider überhaupt nichts anfangen und dementsprechend schwer ging es mir auch mit dem Roman. Er hat zwar eine ausgefeilte Hintergrundgeschichte, durch die man ihn gut versteht, aber er ist extrem naiv, was für den Plot auch notwendig ist, ihn aber nicht gerade sympathisch und vor allem nicht sehr nachvollziehbar macht. Von den meisten anderen Charakteren bekommt man auch eher wenig mit und baut dadurch nur schwer Bindungen auf. Allerdings macht auch das im Rahmen der Geschichte Sinn. Wirklich anstrengend war aber nicht nur Dorians Naivität, sondern auch die der anderen Jugendlichen. Man kann ja letztendlich sagen, was man will, aber wer auf der Straße leben muss, sollte doch ein wenig Skepsis besitzen und nicht jedem blind vertrauen, der einem ein wenig Nettigkeit entgegenbringt. Sie sind zwar nur Jugendliche, aber das heißt auch nicht, dass sie die Intelligenz eines Brotkrumen haben sollten, auch wenn das jetzt vielleicht etwas harsch ausgedrückt ist.

An Pozanskis Schreibstil oder Wawrczecks Inszenierung gibt es wiederum nichts auszusetzen. Wawrczeck hat ja bereits andere Hörbücher der Autorin gesprochen und schafft es auch diesmal, dem Protagonist und dessen Umfeld Leben einzuhauchen und greifbar zu machen. Poznanski wiederum bleibt auch in diesem Roman bei ihrer handlungsfokussierten Schreibweise. Ein Ereignis reiht sich an das nächste und sie schafft es durchaus, das Kopfkino beim Leser anzuknipsen. Etwas schade ist wiederum, dass die Handlung sehr erzwungen wirkt wie ein Bauplan, den man Schritt für Schritt durchführen muss, wenn man das ganze Kartenspiel nicht ineinander zerfallen lassen will.

Obwohl es einige Kritikpunkte an dem Roman gibt, ist er dennoch nicht durch und durch schlecht, nur einfach nicht so gut wie man es von Poznanski gewohnt ist. Die Handlung ist durchdacht und letztendlich spannend. Das Thema mag vielleicht nicht so brisant diskutiert sein wie in ihren anderen früheren Werken, ist aber dennoch interessant. Dorian ist ein etwas anderer Protagonist, der mit seiner Naivität leider nicht glänzen kann, aber dafür gibt es viele Wendungen, die den Leser nie ganz durch den Wirrwarr an Lügen und Intrigen blicken lassen.

Fazit:
„Layers“ hat ganz klar identifizierbare Elemente, die in keinem Roman der Autorin fehlen dürfen. Leider scheint die Geschichte dennoch nicht ganz konsistent zu sein und ihr Protagonist kann nicht ganz überzeugen.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Sprecher: 4/5
Hörspaß: 3/5

Gesamt:

Montag, 8. Januar 2018

[Kurzrezension] The Amateurs - Wenn drei sich streiten von Sara Shepard

Titel: Wenn drei sich streiten
Reihe: The Amateurs
Band: 2
Autor: Sara Shepard
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 11.12.2017
Seiten: 320
Verlag: cbj
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-31131-8
Originalpreis: 9,99€

Kurzbeschreibung:
Nur sie kennen den Mörder. Nur sie können ihn aufhalten.

Aerin, Seneca und Maddox stehen immer noch unter Schock: Ausgerechnet Brett ist der Mörder von Aerins Schwester Helen. Brett, dem sie vertraut haben. Der ihre Geheimnisse kennt. Der sie auf die Spur von anderen Fällen gesetzt hat. Kann es sein, dass Brett auch etwas mit dem Tod von Senecas Mutter zu tun hatte? Mit dem Mord an Maddox‘ Freundin? Und wer ist »Brett« überhaupt? Fieberhaft versuchen die drei Freunde, seine wahre Identität zu entlarven, sein nächstes Opfer zu erahnen und weitere Morde zu verhindern. Doch Brett ist ihnen immer einen Schritt voraus… 

Meinung:
Der zweite Band der Reihe entpuppt sich als gleichzeitig besser als auch schlechter als sein Vorgänger. Positiv überrascht war ich darüber, dass das Liebesgeplänkel hier weiter zurücktritt und man sich dadurch mehr auf die Fallaufklärung konzentrieren kann. Die entpuppt sich allerdings wieder als etwas unspektakulär. Zwar ist es durchaus interessant zu verfolgen, wie Seneca, Aerin und ihre Freunde Brett auf der Spur sind und durchaus auch teilweise Erfolg dabeihaben, aber man hat im Nachhinein immer das Gefühl, dass sie keine eigene Leistung erbracht haben… Dass Brett das alles eingefädelt hat. Dadurch sind die Protagonisten eher Marionetten. Natürlich ist das die Absicht des Romans, aber es wäre schön gewesen, wenn sie Brett nicht ganz so auf den Leim gehen würden. Apropos Protagonisten. Im Mittelpunkt stehen diesmal eindeutig Aerin und Seneca, während Maddox und Madison eher eine untergeordnete Rolle spielen, was sehr schade war. Das heißt nämlich nicht, dass man in die beiden anderen einen tieferen Einblick bekommt. Auch kamen mir ihre Fallaufklärungsstrategien und Schutzmaßnahmen manchmal etwas hanebüchen vor, fast erzwungen, wie bei der Diskussion über die Zimmerbelegung in der Pension. Was hat dagegengesprochen, dass die Mädchen alle in einem Zimmer schlafen, wenn die Love Suite ohnehin groß genug dafür ist? Interessant ist aber, dass diesmal nicht sofort alle Verstrickungen im Plot klarwerden. Mein anfangs schnell verworfener Verdacht hat sich zwar bestätigt, war aber bis zum Outing nicht angesprochen worden. Man kann also gut mit raten, ohne sich gleich zu langweilen, weil es zu offensichtlich ist. Auch der Fall selbst, den die Vier bearbeiten müssen, ist interessant und das Ende war im Grunde echt genial und zeigt, dass Brett wirklich ein Genie ist. Der Cliffhanger lässt jedenfalls gespannt auf den dritten Band warten.

Fazit:
Insgesamt hat „Wenn drei sich streiten“ wie der erste Band auch einige Schwächen und Macken, ist aber trotzdem gut aufgebaut und garantiert Unterhaltung für zwischendurch.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Montag, 2. Oktober 2017

[Rezension] Aquila von Ursula Poznanski

Titel: Aquila
Autor: Ursula Poznanski
Sprecher: Laura Maire
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 14.08.2017
Hörzeit: 11 Stunden, 53 Minuten
Verlag: der Hörverlag
Format: Hörbuch
Fassung: Ungekürzt
ISBN-13: 978-3-8445-2705-6
Originalpreis: 16,99€

Kurzbeschreibung: 
Als Nika an einem Sonntagmorgen ziemlich verkatert in den Badezimmerspiegel schaut, steht dort diese Nachricht. Wer hat sie an den Spiegel geschmiert? Und was hat sie zu bedeuten? Wo sind Nikas Hausschlüssel und ihr Handy? Wo ist Jenny, ihre Mitbewohnerin? Und warum ist ihr heute überhaupt so schlecht, sie hat doch gestern gar nicht viel getrunken? Erst durch die Morgennachrichten im Fernsehen erfährt Nika, dass heute gar nicht Sonntag ist, sondern Dienstag. Ihr fehlt die Erinnerung an zwei ganze Tage, in denen irgendetwas Schreckliches passiert sein muss. Aber was? 

Meinung: 
Nachdem mich bereits andere Thriller der Autorin begeistern konnten, hat mich „Aquila“ ebenfalls sehr gereizt. Das Cover ist ein wirkliches Augenschmankerl. Ich muss allerdings sagen, dass ich dabei immer zuerst an den deutschen Adler denke – und nicht an Siena. Wie auch schon bei „Elanus“ hält man hier eine Papphülle in der Hand, was deutlich praktischer ist als die leicht zerbrechlichen Plastikhüllen. Enthalten ist eine CD mit 227 Tracks, die auf 36 Kapitel aufgeteilt werden. Die Kurzbeschreibung lässt erstmal viel Spielraum zum Fantasieren und so tappte ich auch in die Falle und habe dabei an völlig andere Handlungsmuster gedacht.

Aber Poznanski ist dabei viel cleverer. Nie wäre ich darauf gekommen, was am Ende der Geschichte herauskommt. Der Anfang ist zunächst verwirrend, aber das macht Sinn, da die Protagonistin selbst verwirrt ist und nicht den Hauch einer Ahnung hat, was passiert ist – oder dass überhaupt so viele Tage vergangen sind. Schließlich versucht sie die vergessenen Tage wieder zusammen zu puzzeln, aber das ist gar nicht so einfach und vor allem warten noch ein paar erschütternde Erkenntnisse auf sie. Mir persönlich kam die Offenbarung dabei etwas zu früh, was aber daran lag, dass man es schnell kommen sehen kann – zumindest ungefähr. Aber trotzdem hat die Autorin hier wieder einen wirklich guten Roman abgeliefert. Nika weiß nicht, wem sie trauen kann und das wird wirklich perfekt vermittelt. Gleichzeitig ist sie aber auch etwas naiv und offenbart sich dann doch dem ein oder anderen. Und da wären wir dann auch bei der obligatorischen Liebesgeschichte, die mir zwar anfangs etwas zu aufgesetzt wirkte, aber insgesamt dann doch sehr schlüssig konstruiert wurde. Besonders gut an diesem Buch ist die Tatsache, dass Poznanski alle Informationen Stück für Stück serviert und in Nika nur langsam wieder Erinnerungen aufkommen. Die Spannung reißt dabei nicht ab und wird immer wieder auf den Gipfel getrieben. Gepaart mit Nikas Verzweiflung ergibt dies eine sehr intensive Mischung. Die letztendliche Auflösung war wie gesagt sehr überraschend, aber gleichzeitig auch wieder ein bisschen zu sang- und klanglos. Da hat mir einfach dieser „Wow“-Effekt gefehlt. So fügt sich das Puzzle zwar 1:1 zusammen, aber halt nicht nach.

Authentisch wirken die Charaktere allesamt, sympathisch nicht alle, aber das sticht eher positiv heraus. Nika stellt die typische deutsche Auslandssemestlerin dar, die sich dort noch zurechtfinden muss. Italienisch kann sie so gut wie gar nicht und so hat sie natürlich ideales Identifikationspotenzial. Die Sache mit den fehlenden zwei Tagen grätscht da zwar ein bisschen rein, aber das ist nicht schlimm. Sie ist insgesamt recht sympathisch, wenn auch scheinbar wirklich überempfindlich und sensibel. Die anderen Charaktere haben sich insgesamt sehr schlüssig verhalten. Gerade der Commissario hat mir sehr gut gefallen.

Laura Maire war wirklich eine grandiose Sprecherin. Hut ab! Erst durch sie wurden das Setting und Nika lebendig. Personenwechsel gehen ihr dabei ganz locker von der Hand (bzw. Stimme) und Erzähltext und Dialoge verschwimmen bei ihr nie. Gerade auch die italienischen Akzente hat sie gut getroffen. Poznanskis Schreibstil tut dabei natürlich sein Übriges. Die Autorin zeigt hier wieder wie lebendig und bildlich sie erzählen kann. Die Spannung blieb zwar an manchen Stellen etwas auf der Strecke, aber dies macht gerade die hingebungsvolle Ausschmückung der Charaktere und des Settings wieder wett. Die gedrückte Atmosphäre durchdringt einen jedenfalls förmlich.

„Aquila“ erinnert mich hier ein bisschen an „Elanus“. Ersteres gefällt mir zwar einen Tick besser, aber trotzdem konnte mich die Autorin nicht komplett überzeugen. Die Auflösung war dafür schon fast zu perfide. Und vor allem auch teilweise vorhersehbar, in welche Richtung sich der Roman schlagen würde. Es hat trotzdem Spaß gemacht, der Sprecherin zuzuhören und mit Nika langsam hinter die Verstrickungen der zwei fehlenden Tage zu kommen. Wie immer fand ich gerade die Charaktere, die wie aus dem Leben gegriffen wirken, am besten. Gefehlt hat mir etwas die besondere Thematik, die die Autorin sonst immer in ihre Romane einbindet. Ein Auslandssemester ist zwar spannend, aber da Nika dabei so passiv bleibt, verzerrt sich der Effekt.

Fazit:
„Aquila“ bietet dem Leser – oder Hörer – definitiv wieder ein wunderbares Vergnügen, gerade auch wenn man sich ein bisschen für Italien interessiert. In die Protagonistin Nika kann man sich recht schnell einfühlen. Die Sprecherin Laura Maire trägt dazu bei, dass man gar nicht mehr aufhören möchte das Hörbuch zu verschlingen.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Sprecher: 5/5
Schreibstil: 5/5
Hörspaß: 5/5

Gesamt: 

Montag, 3. Juli 2017

[Kurzrezension] Unbelievable von Sara Shepard

Titel: Unbelievable
Reihe: Pretty Little Liars
Band: 4
Autor: Sara Shepard
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 25.11.2008
Seiten: 368
Verlag: HarperTeen
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 9780060887414
Originalpreis: 7,99€

Kurzbeschreibung: 
Four pretty little liars’ charmed lives have turned into living nightmares. Emily’s been shipped off to Iowa to live with her überconservative cousins. Aria’s boyfriend is behind bars—because of her. Spencer’s afraid she was involved in Ali’s murder. But Hanna’s fate is far worse: She’s clinging to life in the hospital because she knew too much. These liars have tried to keep their scandals secret, but the truth is about to rock their pretty little world! 

Meinung: 
Der vierte Band der „Pretty Little Liars“-Reihe verspricht einige pikante Enthüllungen. Aber zunächst beginnt es noch ganz gemächlich. Aria versucht sich mit Meredith auseinanderzusetzen und gerät immer wieder mit Jenna aneinander, Emily muss sich in Iowa durchschlagen, Spencer bereitet sich für den Golden Orchid vor und versucht dabei, Melissa nicht aufzuregen, und Hanna weiß nicht, ob sie Lucas oder Mona glauben soll und versucht sich verzweifelt daran zu erinnern, wer A. ist. Um ehrlich zu sein, war Emily in diesem Band absolut langweilig. Selbst Aria hatte diesmal einen besseren Handlungsstrang. Generell merkt man, dass sich hier alles wieder etwas mehr verdichtet und man der Lösung langsam auf die Schliche kommt – doch das wird am Ende des Romans wieder völlig umgeworfen. Diesmal gibt es auch mehr gemeinsame Szenen, was ich ja im dritten Teil sehr vermisst habe. Und das Ende lässt bereits gespannt auf den nächsten Teil warten. Der Roman liest sich zwar etwas gemütlicher als die anderen Bände, gerade auch als der erste Band, aber nichtsdestotrotz hat man wieder Spaß mit Rosewoods hübschen kleinen Lügnerinnen, die diesmal unmittelbar ein Damoklesschwert über sich schweben haben.

Fazit:
„Unbelievable“ hält sich wie „Perfect“ etwas zurück und wird erst gegen Ende spannender, aber die Probleme der vier Protagonistinnen halten den Leser trotzdem auf Trab.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Donnerstag, 8. Juni 2017

[Kurzrezension] Pretty Little Liars - Perfect von Sara Shepard

Titel: Perfect
Reihe: Pretty Little Liars
Band: 3
Autor: Sara Shepard
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 27.05.2008
Seiten: 336
Verlag: HarperTeen
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 9780060887384
Originalpreis: 7,99€

Kurzbeschreibung:
In Rosewood, Pennsylvania, four perfect-looking girls aren’t nearly as perfect as they seem. Aria can't resist her forbidden ex. Hanna is on the verge of losing her BFF. Emily is freaking out over a simple kiss. And Spencer can’t keep her hands off anything that belongs to her sister. Although they try to keep their scandalous secrets hidden, someone named “A” has the dirt to bury them all alive…and it may be too late to outrun the truth.

Meinung:
Im Vergleich zum zweiten Band ist der Dritte nun definitiv wieder gemächlicher. Vielleicht lag dies auch einfach daran, dass mich Aria und Emily extrem angeödet haben. Mit den beiden Mädels werde ich einfach nicht warm – ob nun im Buch oder in der Serie. Ich finde beide Handlungsstränge verdienen zwar durchaus ihre Daseinsberechtigung, aber Hanna und Spencer sind so viel sympathischer. Im zweiten Band war das noch besser. Thematisch ist dieser Band wieder ein Auf und Ab mit einem bösen Ende. Alle vier müssen sich allein durchschlagen und glauben dabei langsam hinter die Identität von A zu kommen. Ich fand es etwas schade, dass die Mädels in diesem Band eigentlich gar keine richtige Interaktion miteinander hatten. Ansonsten war es aber wieder unterhaltsam zu lesen. Es werden eben tiefgründigere Themen angesprochen als nur Jungs und Make-Up. Okay, nicht in allen Fällen, aber überwiegend. Zudem fällt es wieder wahnsinnig leicht in Rosewood einzutauchen. Die Autorin kann die Charaktere wirklich glaubwürdig darstellen. Und es gibt tatsächlich eine kleine Romanze, bei der ich mitfiebere.

Fazit:
„Perfect“ schließt sich als solider dritter Band an die Reihe an, auch wenn es hier im Vergleich zum Vorband ruhiger zugeht. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen und kann dennoch auf emotionale Momente gespannt sein.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Mittwoch, 3. Mai 2017

[Rezension aus dem Archiv] Still von Zoran Drvenkar

Verlinkt wird hier auf die
Heyne-Ausgabe
Titel: Still
Autor: Zoran Drvenkar
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
Seiten: 416
Verlag: Eder & Bach
Format: Klappenbroschur
ISBN-13: 978-3945386002
Originalpreis: 16,95€

Kurzbeschreibung: 
Wenn die Seen schweigen, kommt der stille Tod. Ein Mann, der seine Tochter sucht und dabei seine Identität verliert. Ein Mädchen, das seit sechs Jahren reglos aus dem Fenster schaut und darauf wartet, dass ihr jemand den Schlüssel zu ihrer Erinnerung bringt. Vier Männer und eine Mission, die aus Hunger und Disziplin besteht und keine Opfer scheut. Ein Winter in Deutschland, ein See im Wald und Schatten, die sich unter dem Eis bewegen. 

Meinung: 
Ich hatte ja bereits das Vergnügen mit "Du" von Zoran Drvenkar und war bereits mit dem Buch mehr als zufrieden, obwohl es eigentlich so gar nicht das ist, was ich für gewöhnlich lese. Gute Erfahrung führt natürlich auch zu hoher Erwartung. Und die wurde definitiv erfüllt. Die Handlung hat mir hier noch viel besser gefallen und im ersten Teil des Buches ist man noch verunsichert, worum es überhaupt geht und was man da eigentlich liest. Drvenkar versteht sich sehr gut darauf, die Tatsachen zu verschleiern, und so entdeckt man wirklich nur Stück für Stück die Wahrheit und wird bis zum Schluss immer wieder schockiert und überrascht. Es fällt sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Besonders toll wurde die Atmosphäre umgesetzt. An manchen Stellen fror ich tatsächlich in der Winterlandschaft mit den Charakteren. Manchmal hatte ich einen Verdacht, in welche Richtung die ganze Geschichte laufen würde, aber letztendlich wurde ich dennoch überrascht. Das Ende ist ganz anders als erwartet, aber umso passender.

Ein weiterer großer Pluspunkt sind die Charaktere, denn diese sind liebevoll ausgearbeitet und haben genau die richtige Tiefe, um authentisch zu wirken. Besonders gut kommt das durch ihren Wahnsinn zur Geltung, denn der wirkt kein bisschen erzwungen. Die Charaktere handeln teilweise sehr unerwartet, aber dennoch immer genau richtig. Und der Protagonist der Geschichte hat mich immer wieder zum Nachdenken bewogen. Über seine Absichten grübelt man sehr lange und das macht gerade den Anfang des Romans sehr interessant. Zwar hat man immer eine gewisse Distanz zu allen Charakteren, aber das macht sie nicht weniger sympathisch oder gewollt unsympathisch.

Im Nachhinein bin ich immer noch nicht ganz sicher, was ich eigentlich von diesem Roman erwartet hatte, aber das, was mir da tatsächlich geliefert wurde, bestimmt nicht und ich bin wirklich begeistert. Drvenkar hat mich zum zweiten Mal felsenfest von sich überzeugt und es war ein wirkliches Vergnügen diesen Roman zu lesen. Voller Spannung, Nervenkitzel und Absurdität. Und nie zu sentimental oder brutal. Es hält sich perfekt die Waage. Das Thema mag nicht unbedingt für jedermann etwas sein, aber es ist sehr bewegend und möglicherweise regt es auch ein wenig zum Nachdenken an, ob so etwas nicht tatsächlich passieren könnte und warum Menschen sich so verhalten. Und genau dieser Punkt wird glücklicherweise nicht weggekehrt, sondern der Autor geht darauf ein. Die Bösen bleiben dabei zwar gänzlich wahnsinnig, aber man versteht ihre Beweggründe.

Es ist vielleicht nicht mein Lieblingsgenre und es wird auch nicht unbedingt mein literarisches Lieblingsthema behandelt, aber dennoch kann ich ganz klar sagen, dass dieses Buch sich definitiv unter meinen Lieblingsbüchern einreihen darf, denn selten schafft es ein Roman so zu überzeugen und zu hypnotisieren. Einfach nur genial!

Fazit: 
Das Buch ist nichts für sensible Menschen, das gebe ich zu, aber es ist definitiv lesenswert und ein richtig guter Thriller. Thrillerfans sollten dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.

Gesamt: 5/5

Inhalt: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 5/5

Geschrieben am: 28.10.14

Freitag, 10. März 2017

[Rezension] Die Schatten von Edinburgh von Oscar de Muriel

Titel: Die Schatten von Edinburgh
Untertitel: Ein Fall für Frey & McGray
Band: 1
Autor: Oscar de Muriel
Genre: Agenten/Spionage-Thriller
Erscheinungsdatum: 20.02.2017
Seiten: 480
Verlag: Goldmann
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-442-48505-5
Originalpreis: 9,99€

Kurzbeschreibung: 
Edinburgh, 1888. Der begnadete Ermittler Ian Frey wird von London nach Schottland zwangsversetzt. Für den kultivierten Engländer eine wahre Strafe. Als er seinen neuen Vorgesetzten, Inspector McGray, kennenlernt, findet er all seine Vorurteile bestätigt: Ungehobelt, abergläubisch und bärbeißig, hat der Schotte seinen ganz eigenen Ehrenkodex. Doch dann bringt ein schier unlösbarer Fall die beiden grundverschiedenen Männer zusammen: Ein Violinist wird grausam in seinem Heim ermordet. Sein aufgelöstes Dienstmädchen schwört, dass es in der Nacht drei Geiger im Musikzimmer gehört hat. Doch in dem von innen verschlossenen, fensterlosen Raum liegt nur die Leiche des Hausherren ... 

Meinung: 
Das Cover des Romans erinnert ein bisschen an Sherlock Holmes. Mir persönlich gefällt vor allem, dass es durch seine Schlichtheit und die Farbwahl brilliert. Der Klappentext ist zwar mal wieder etwas verschwommen, aber doch sehr präzise und macht neugierig. Gerade solche Fälle, in denen Türen abgeschlossen waren und man nicht weiß, wie der Mord überhaupt geschehen konnte, sind ja immer besonders interessant.

Der Roman bietet ein sehr unterschiedliches Ermittlergespann, das auch so ziemlich im Mittelpunkt der Handlung steht. Zwar geht es darum, dass die beiden in einem schwierigen Mordfall ermitteln und dieser Aspekt ist auch sehr spannend, gerade wie die nebensächlichsten Dinge miteinander verknüpft sind, aber zentral für die Handlung scheint augenscheinlich zu sein, dass Frey und McGray sich absolut nicht ausstehen können. Sie kabeln sich immer wieder. Es hört einfach nicht auf und lässt die brisante Ermittlung manchmal etwas lächerlich in den Hintergrund treten. Abgesehen davon fand ich den Roman aber gar nicht so schlecht. Die Handlung schleppt sich zwar anfangs etwas, gerade weil man die beiden Charaktere erst kennenlernen muss, aber später las ich sehr gerne weiter, da der Roman einen gewissen Charme entwickelt hat. Die Fallauflösung ist nachvollziehbar und sehr raffiniert. Das Ende ist allerdings eklig, da körperliche Innereien hier auch eine Rolle spielen. Es gab eine Stelle im Roman, auf dem Friedhof, bei der ich etwas skeptisch war, ob die Vorgehensweise so nicht etwas zu rabiat war. Ansonsten konnte der Thriller aber durchaus unterhalten, vor allem da auch die Charaktere und ihre Vertrauten bedroht wurden und es dadurch persönlicher wurde. Der Teil war allerdings auch lange vorherzusehen.

Wie bereits erwähnt sind die beiden Protagonisten sehr unterschiedlich, dafür aber beide sehr starke Persönlichkeiten. Ian Frey ist der Perspektivträger der Geschichte. Dementsprechend lernt man Adolphus McGray auch nicht gerade objektiv kennen. Während Frey in der Londoner Gesellschaft aufgewachsen ist und viel auf Aussehen und Benehmen gibt, ist McGray das krasse Gegenteil. Er ist nicht nur eigenbrötlerisch und sagt immer genau, was er denkt, sondern hält auch gar nichts von Frey. Gleichwohl ist dies aber auch der Vorteil des Romans, da die beiden verschiedenen Persönlichkeiten dadurch auch verschiedene Sichtweisen haben und so zu unterschiedlichen Erkenntnissen kommen, die sie geschickt verknüpfen. Mit der Zeit wachsen sie zu einem soliden Gespann zusammen, die Streitigkeiten ziehen sich aber trotzdem durch das ganze Buch und die beiden bleiben trotzdem etwas schablonenhaft. Vielleicht ändert sich das aber mit weiteren Bänden.

Der Schreibstil passt gut zum viktorianischen Stil des Romans, auch wenn mir persönlich etwas zu viel geflucht und geschimpft wurde, selbst wenn die Worte nicht immer ausgesprochen wurden. Generell liest sich der Roman aber sehr angenehm. Hin und wieder fallen Begriffe, die zum zeitlichen Setting des Romans passen, insgesamt kann man aber gut folgen. Der Autor neigt außerdem dazu, sehr viel Umgangssprache zu nutzen. Gerade die Dialoge wirken manchmal wie aus dem Leben gegriffen.

Insgesamt konnte mich der Roman gerade am Ende von sich überzeugen. Frey empfand ich als angenehmen Protagonisten, allerdings war es im Zusammenhang mit McGray oft anstrengend. Genauso anstrengend waren George und Joan und ihr kleines Geheimnis war mehr als offensichtlich. Aber davon einmal abgesehen wird der Roman später spannend und dann ziehen sich die Ermittlungen auch nicht mehr so hin, sondern alles passiert Schlag auf Schlag. Und dann ist einer der beiden Ermittler noch intensiv in den Mordfall verwickelt. Wer das ist, wird aber erst später klar. Der Aspekt war allerdings auch etwas undurchsichtiger. Trotzdem war die Thematik der der Violine sehr interessant, so wie auch die ganzen Hintergründe zum Mord.

Fazit: 
„Die Schatten von Edinburgh“ ist ein interessanter Mischmasch aus Krimi und Thriller. Leider rücken die Probleme zwischen den beiden Ermittlern ein wenig zu oft in den Vordergrund. Dennoch gestalten sich die Ermittlungen als interessant und es wird zunehmend spannender.

Gesamt: 4/5

Inhalt: 4/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5