Mittwoch, 4. Juli 2018

[Rezension] Das Wunder von Narnia von C.S. Lewis

Titel: Das Wunder von Narnia
Reihe: Die Chroniken von Narnia
Band: 1
Autor: C.S. Lewis
Sprecher: Philipp Scheppmann
Genre: Kinderbuch, Fantasy
Erscheinungsdatum: 2005
Hörzeit: 4 Stunden, 40 Minuten
Verlag: Brendow Verlag
Format: Hörbuch
Fassung: Ungekürzt
ISBN-13: 978-3-86506-039-6
Originalpreis: 12,95€

Kurzbeschreibung:
Hätte es nicht den ganzen Sommer geregnet, hätten Polly und Digory ganz sicher nicht auf dem Dachboden gespielt. Dann hätten sie auch die verborgene Tür nicht entdeckt, die zu Onkel Andrews geheimem Arbeitszimmer führte. In diesem Zimmer hätten sie dann auch nicht das rote Tablett mit zwei gelben und zwei grünen Ringen gefunden. Und dann wäre diese Geschichte nie passiert. „Das Wunder von Narnia“ führt die Kinder in das geheimnisvolle Reich des Löwen Aslan, der es mit einem Lied erschaffen hat. Doch in der Gestalt der furchtbaren Königin Jadis schleicht sich bereits das Böse ein...


Meinung:
Tja, wer kennt Die Chroniken von Narnia nicht? Auch ich habe irgendwann einmal ein paar der Filme dazu gesehen, wenn auch nicht besonders interessiert oder aufmerksam. Trotzdem gilt die Buchreihe ja als Muss für Fantasyleser und deshalb wollte ich es dann doch einmal damit versuchen. Und weil ich ohnehin noch nicht sonderlich involviert in die Welt von Narnia bin, fangen wir doch einfach chronologisch an, denn Das Wunder von Narnia war eigentlich nicht der zuerst erschienene Band der Reihe, sondern wurde nachgereicht. Aber warum sollte ich mit dem Ende der Geschichte anfangen?

Es hat wirklich lange gedauert, bis die Geschichte zu fließen beginnt und nicht mehr gemächlich vor sich hinplätschert. Es ist eindeutig ein Kinderbuch, das merkt man an vielen Vereinfachungen der Erzählung. Leider kommt aber auch partout keine richtige Spannung auf. Es gibt wenige Momente, in denen man doch darauf hofft, aber leider wird nichts draus. Trotz des schwierigen Einstiegs, kann man der Geschichte aber gut folgen, obwohl es manchmal ein wenig absurd wird. Wie gesagt, ist alles recht vereinfacht und somit gibt es die typische Unterteilung in Gut und Böse. Dabei kommt auch die Moral nicht zu kurz und gleichzeitig wird viel an die Bibel angelehnt. Es gibt vier zentrale Schauplätze: die normale Welt, die Zwischenwelt, Charn und Narnia. Viel mehr gibt es aber auch schon nicht mehr zu sagen. Die Handlung ist recht zielstrebig und auf dem Spannungslevel wenig reizvoll, was an der vorwegnehmenden Erzählweise liegt. Trotzdem hat das Buch einen gewissen Charme.

Polly und Digory, die beiden Hauptcharaktere sind x-beliebige Kinder, die in die Geschichte hineingezogen werden. Sie werden so gut wie gar nicht charakterisiert und könnten genauso gut du oder ich sein. Das ist etwas schade, weil so kein Mitgefühl mit den Charakteren aufkommt, auch wenn man meinen könnte, dass das Identifikationspotenzial erhöht sein müsste – ist es aber nicht. Die anderen Charaktere werden daneben dann doch ein bisschen stärker ausgearbeitet, auch wenn sie alle stereotyp bleiben.

Die Erzählweise ist definitiv etwas Besonderes. Lewis erzählt sehr liebenswürdig und märchenhaft und verpackt auch die absurden Abschnitte so, dass es nicht lächerlich wirkt. Der Sprecher des Hörbuchs, Philipp Scheppmann, macht seine Sache ebenfalls ausgesprochen gut. Fast habe ich das Buch mehr wegen ihm als dem Buch selbst konsumiert, denn er verleiht allen Charakteren eine gewisse Einzigartigkeit und schafft es, die Dialoge lebendig werden zu lassen.

Aber wenn ich ehrlich sein will, habe ich keinen großen Mehrwert aus diesem Hörbuch gezogen. Der Sprecher war gut, wie gesagt, und irgendwie ist die Geschichte sympathisch, aber gleichzeitig auch so belanglos. Man hat gleichzeitig das Gefühl, etwas wirklich Interessantes zu lesen und dann doch nicht. Und das liegt einfach daran, dass keine Spannung aufkommen will. Grundsätzlich hat Lewis hier durchaus ein wunderbares Werk geschaffen, aber man muss sich damit anzufreunden wissen. Für mich war es ein durchwachsenes Vergnügen.

Fazit:
„Das Wunder von Narnia“ ist ein charmantes Kinderbuch mit einer erfrischenden Erzählweise und einem wunderbaren Sprecher. Erwachsene Leser sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass hier nicht mit der Komplexität eines für Erwachsene geschriebenen Romans aufgewartet werden kann. Stattdessen wird einem eine simple, aber liebevoll verpackte Geschichte geliefert, die man mögen kann, aber nicht muss.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 2/5
Schreibstil: 4/5
Sprecher: 5/5
Hörspaß: 3/5

Gesamt: 

Kommentare:

Jana hat gesagt…

Hallo Diana,
ich habe die Narnia-Bücher auch im Erwachsenenalter gelesen. Du hast Recht damit, dass sie einfach so ,,vor sich hinplätschert". Vielmehr Kinderbuch als der Hobbit je sein könnte. Ich fand es in Ordnung, doch der letzte Band der Reihe hat mich damals so aufgeregt, dass ich mir etwas Luft machen und einen Artikel dazu veröffentlichen musste. Da hat der Autor dermaßen die Moralkeule geschwungen, dass es nicht mehr schön zu lesen war. Falls du Interesse hast, schau gern hier: https://wissenstagebuch.com/2010/10/17/c-s-lewis-die-chroniken-von-narnia-der-letzte-kampf/
Hast du vor, den Rest der Reihe zu lesen/zu hören?
Viele Grüße
Jana

Gwee hat gesagt…

Huhu Jana!
Ohje, das klingt ja nicht sehr schön. Ich finde ein bisschen Moral ja grundsätzlich gut, gerade in Kinderbüchern, aber wenn der Autor es einem aufdrängt...dann ist das schon wieder etwas anderes.
Den zweiten Band habe ich bereits angehört und meine Rezension dazu folgt noch, aber ansonsten werde ich wohl erstmal eine Pause machen. Ich finde die Welt um Narnia gar nicht mal so schlecht, aber irgendwie zieht es mich nicht in den Bann.
Liebe Grüße,
Diana

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