Freitag, 25. November 2016

[Rezension] Die Dämonenakademie - Der Erwählte von Taran Matharu

Titel: Der Erwählte
Reihe: Die Dämonenakademie
Band: 1
Autor: Taran Matharu
Genre: Abenteuer-Fantasy
Erscheinungsdatum: 31.10.2016
Seiten: 496
Verlag: Heyne fliegt
Format: Klappenbroschur
ISBN-13: 978-3-453-26984-2
Originalpreis: 12,99€

Kurzbeschreibung: 
Schon sein ganzes Leben ist Fletcher ein Außenseiter in seinem Dorf. Bis er eines Tages entdeckt, dass er Dämonen beschwören kann – genauer gesagt, einen Dämon: den Feuer spuckenden Salamander Ignatius. Fletcher kommt an die legendäre Dämonenakademie, wo er lernen soll, seine magischen Kräfte zu beherrschen, um eines Tages ein mächtiger Dämonenkrieger zu werden. Für Fletcher und Ignatius beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens… 

Meinung: 
Das wirklich hübsche Cover des Buches lässt mit dem Pentagramm sofort an Dämonen und Hexerei denken. Aber nicht nur außen ist der Roman ein echter Hingucker. Im hinteren Innenteil gibt es ein Dämonenlexikon, in dem alle Typen aufgelistet sind, die in dem Roman vorkommen. Vor allem die Zeichnung sind richtig toll und liebevoll und waren auch so ziemlich das erste, das ich mir angesehen habe. Die Kurzbeschreibung ist recht knappgehalten, aber trotzdem ausreichend, um die grobe Geschichte erahnen zu können.

„Die Dämonenakademie“ spielt in einer recht klassischen Fantasywelt. Es gibt Menschen, Elfen, Zwerge, Orks und Kobolde – und Dämonen. Aber die Dämonen sind in diesem Fall nichts Böses, sondern eher wie beschworene Haustiere mit magischen Fähigkeiten. Die Vermischung von Bekanntem und Neuem ist hier super gelungen und wirkt sehr authentisch. Im Großen und Ganzen ist die Handlung recht stereotypisch gestaltet. Man hat die typischen Feind- und Freundkonstellationen und im Grunde auch eine nicht neue Geschichte eines Waisenjungen. Dennoch wurde die Handlung wirklich liebevoll verpackt, so dass diese Klischees gar nicht stören. Tatsächlich hätte ich auch einen ganz anderen Plottwist erwartet, der hier aber wirklich gut dargestellt ein und eingeleitet wird. Auch Fletchers Ausbildung wird näher ausgeführt und dabei lernt man mehr über die Dämonologie. Vor allem Spannung und Action kommen hier öfter auf, dem Genre angemessen. Das Ende mündete in einem Cliffhanger, der richtig gut war, auch wenn man da nur Resignation empfinden konnte.

Der Protagonist, Fletcher, ist ein typischer Waisenjunge, der in seinem Heimatdorf Feinde hat, aber auch einige wenige Freunde. Er ist tatsächlich ein liebenswürdiger Zeitgenosse und wurde auch altersgerecht getroffen, wie auch die anderen Charaktere, die auftreten. Dadurch ist ihr Verhalten natürlich manchmal nicht sehr reif, aber umso nachvollziehbarer. Im Grunde kann man sagen, dass alle Charaktere ein bisschen von Altem und Neuem haben. Sie sind wie Figuren, die man abgepaust hat, um ihnen danach ein eigenes Leben einzuhauchen. Anspruchsvollen Lesern könnte das vielleicht aufstoßen, aber ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Charaktere blass wären, weil sie auch alle einen Hintergrund haben, der sie motiviert. Auch bei anderen, die bisher noch nicht in den Vordergrund getreten sind, kann man das bereits erahnen.

Der Schreibstil ist recht simpel gehalten und dadurch flüssig zu lesen. Man merkt, dass sich das Buch an eine jugendliche Zielgruppe richtet. Neben dem Schreibstil hilft natürlich auch die größer gewählte Schrift beim Lesen. Vor allem später gibt es viele Dialoge und die Beschreibungen sind nie ausufernd, aber rufen eindeutig Bilder hervor. Interessant finde ich vor allem die Namensgebung der Charaktere. Die beiden präsentesten Zwerge heißen z.B. Othello und Attila, während die Menschen Namen haben wie Fletcher, Arcturus, Genevieve oder Atlas. Ein kunterbunter Mischmasch, bei dem nicht ganz klar ist, ob es dabei ein System gibt.

Der erste Band der „Die Dämonenakademie“- Reihe hat sich in drei Tagen zügig durchgelesen und je weiter man kommt, desto weniger will man unterbrechen. Zusammen mit Fletcher wird man in eine wundersame, aber schöne und überraschend realistische Welt hineingezogen, die aber nicht nur hauptsächlich von Dämonen in der Thematik bestimmt wird. Vor allem auch Freundschaft und Freundlichkeit sind hier sehr wichtig und das zeigt sich immer wieder. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, bin ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Fazit:
„Der Erwählte“ ist der Auftakt zu einer vertraut wirkenden, aber gleichzeitig erfrischenden Welt, die sympathische Charaktere und tiefgründige Handlungsstränge bietet.

Gesamt: 5/5

Inhalt: 5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 5/5

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