Sonntag, 2. Oktober 2016

[Rezension] Zwei Kontinente auf Reisen von Jenny Karpe

Titel: Zwei Kontinente auf Reisen
Autor: Jenny Karpe
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 31.08.2016
Seiten: 334
Verlag: Neobooks
Format: Ebook
ISBN-13: 978-3-7380-8226-5
Originalpreis: 2,99€

Kurzbeschreibung: 
Auf einem Felsen mitten im Meer liegt Kiras und Aarons Heimat. Nichts geht hier mit rechten Dingen zu: Die Sterne bewegen sich nie, täglich bebt der Boden und die Bewohner leben in ständiger Angst, dass ihre Insel zerbricht. Ausgerechnet die verfeindeten Völker Ruan und Amerika müssen sich dieses Stück Land teilen. Als sie eine Grenze ziehen, trennen sie auch die Freunde Kira und Aaron. Für die Rettung ihrer Heimat müssen die beiden alle Regeln brechen und eine Reise ins Ungewisse auf sich nehmen, von der jede Wiederkehr ausgeschlossen scheint. 

Meinung: 
Das Cover erinnert im ersten Moment eher an einen Fantasyroman mit Wüstensetting, passt aber gut zum Buch, wenn man es erstmal gelesen hat. Das Cover an sich ist jedenfalls wunderschön und man wünscht sich fast, dass das Buch nicht nur als Ebook erschienen wäre, damit man es sich auch ins Regal stellen kann. Inhaltlich ist es, anders als andere Ebooks, aufs Nötigste beschränkt. Es werden hier keine zusätzlichen Seitenzahlen durch Werbung erschummelt. Die Kurzbeschreibung ist echt passend zum Buch, vor allem im Nachhinein merkt man wie zutreffend sie ist, wo man anfangs noch grübelt. Gleichzeitig macht sie neugierig auf die Handlung.

Und diese ist nicht ohne. Wir begleiten Kira und Aaron auf einem Abenteuer, das nicht nur von Freundschaft erzählt, sondern auch viele Überraschungen birgt. Schon lange konnte mich ein Roman nicht mehr so extrem überraschen. Die Handlung kommt zwar erst langsam in Gang und es gibt auch nicht viel Action, aber dafür hilft gerade die langsame Entwicklung der Geschichte dem Leser alles zu verdeutlichen. Und die Spannung bleibt trotzdem nicht aus. Mir war es zugegeben etwas arg lang bis die Handlung in Fahrt gekommen ist, aber dafür ist sie dann auch umso spektakulärer. Generell bleibt die Geschichte zwar recht passiv, die Charaktere erleben mehr als dass sie handeln, aber das fehlt nicht unbedingt. Das einzige, was mich nicht ganz erreichen konnte, war die Freundschaft zwischen Kira und Aaron. Ihre Beziehung am Anfang des Buches wird für meinen Geschmack zu knapp behandelt, um eine so intensive Freundschaft zu rechtfertigen, die sie füreinander empfinden. Allerdings bin ich bei solchen Dingen auch immer sehr penibel. Da der Roman mit einem Cliffhanger endet, darf man wohl auf eine Fortsetzung gespannt sein.

Die Charaktere des Romans sind eigentlich alle sympathisch und die Autorin verzichtet hier bewusst auf Schwarzweißmalerei. Generell werden die Figuren hier vor allem auch durch wenige Attribute charakterisiert, wodurch der Wiedererkennungswert steigt. Kira ist die Protagonistin des Romans und die meiste Zeit auch Perspektivträgerin. Neben Augustin mochte ich sie eigentlich am meisten, auch wenn ihr Charakter leider nicht ganz greifbar wurde über ihre Entwicklung zur jungen Frau hinweg. Gerade Augustin fand ich auch einen spannenden Charakter, zumal er im Gegensatz zu den anderen Inselbewohnern vernünftige Gedanken hegt. Zu Aaron fehlte mir ein bisschen der Draht, da man ihn erst spät richtig kennenlernt und dann mehr mit der eigentlichen Handlung beschäftigt ist. Dennoch war auch er liebenswürdig, selbst wenn er im Gegensatz zu Kira manchmal etwas auf dem Schlauch steht. Auch sehr interessant fand ich Hana und Elliott.

Der Schreibstil von Karpe ist in erster Linie malerisch. Außerdem versteht sie sich sehr gut darauf, dem Leser das Geschehen zu zeigen anstatt nur davon zu erzählen. Das Buch hat sich an keiner Stelle gezogen, sondern war immer flüssig zu lesen, auch wenn sich noch ein paar kleine Schnitzer am Lektoratsauge vorbei hineingeschlichen haben.

Am Anfang des Romans war noch nicht ganz klar, wohin genau die Geschichte streben würde, aber sie weiß sehr schnell zu fesseln und vor allem der Hintergrund der Welt, die sich die Autorin hier ausgedacht hat, ist originell und macht neugierig auf mehr. So enttäuscht das Cliffhanger-Ende gleichzeitig wie es auch Lust auf mehr macht, da noch einige Fragen unbeantwortet bleiben und die Fortsetzung neue Abenteuer erwarten lässt. Man rauscht durch das Buch nahezu durch und wird vom abrupten Ende absolut überrascht. Dieses Buch zu lesen war wirklich ein Vergnügen und zeigt, dass es doch möglich ist, originell zu schreiben.

Fazit: 
Karpes Debütroman führt den Leser in eine besondere Art von Dystopie und versteht sich darauf mit ausgereiftem Schreibstil eine Geschichte zu erzählen, die viele Wendungen und Überraschungen bereithält.

Gesamt: 4/5

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 4/5

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    hab dich getaggt, hoffe du hast Lust dazu:

    https://lesekasten.wordpress.com/2016/10/02/quartals-tag-3-2-flops-buecher-filme-serien/

    Gestern hatte ich einen Tag über Highlights. Vielleicht hast du ja auch dazu noch lust.

    LG Corly

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