Samstag, 30. Juli 2016

[Rezension] Battle Island von Peter Freund

Titel: Battle Island
Autor: Peter Freund
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 25.07.2016
Seiten: 544
Verlag: cbj
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-15380-2
Originalpreis: 14,99€

Kurzbeschreibung: 
Als Louisa die Castings für die brandneue TV-Show »Battle Island« erfolgreich besteht, glaubt sie sich ihrem Ziel ein Stück näher: Mit dem Preisgeld die Therapie ihrer Mutter bezahlen und sie so vor dem sicheren Tod retten. Millionen von Zuschauern werden ihre Suche nach einem Schatz verfolgen, der auf einer von der Außenwelt abgeschnittenen Insel im Atlantik versteckt ist. Doch auch die anderen Kandidaten wollen an das Geld – dazu ist ihnen jedes Mittel recht, und so wird aus der Unterhaltungsshow schon bald ein Spiel auf Leben und Tod... 

Meinung: 
Das Cover des Romans ist nicht unbedingt originell, aber dennoch durch die düstere Atmosphäre ein Eyecatcher. Das Buch an sich ist sehr spartanisch gestaltet. Es gibt eine Karte, die die Insel zeigt und einem damit einen groben Überblick verschafft, was wo liegt. Der Rest ist bis zur letzten Seite Text. Generell hat mich das nicht gestört, aber ich bin kein Fan von Kapiteln, die auf der Mitte einer Seite enden. Ansonsten kann ich bei dem dicken Wälzer aber auch verstehen, warum versucht wurde alles kompakt zu halten. Originell ist auch die Seitenzahl, die gestrichelt abgehoben ist und auf dem vorderen Schnitt des Buchblocks zeichnet sich dadurch eine Linie ab. Der Klappentext ist auf die wichtigsten Details reduziert, ohne dass zu viel verraten wird. Auch wenn man dadurch vielleicht ein falsches Bild vom Inhalt bekommen könnte.

Der Anfang des Buches zieht sich sehr lange hin. Erst nach gut 150 Seiten wurde es spannend, aber ab dem Punkt blieb es das dann auch. Das lag vor allem an den vielen Zeitsprüngen am Anfang, da die Geschichte schon später in der Show einsetzt, aber den Anfang nach und nach ebenfalls aufrollt. Die Thematik ist eigentlich recht simpel: Eine Fernsehshow, bei der eine Millionen gewonnen werden kann. Und zehn Teilnehmer, die dieses Geld verzweifelt bekommen wollen. Doch irgendwie kommt alles anders als erwartet und aus Spaß wird tödlicher Ernst. Man kann den Roman auf zwei verschiedene Arten lesen: Zur Unterhaltung, die hier definitiv gegeben ist, da von allem etwas dabei ist. Es gibt viel Action, die allein durch die originellen Aufgaben, die die Teilnehmer bewältigen müssen, gewährleistet wird. Die Spannung habe ich ja bereits erwähnt. Außerdem gibt es einen Hauch einer Liebesgeschichte, auch wenn die aufs Wichtigste reduziert wurde, was ich aber persönlich der Story angemessen fand. Aber man kann das Buch auch gesellschaftskritisch lesen, denn die Show, die hier im Mittelpunkt steht, ist natürlich keineswegs harmlos. Ich finde die Verarbeitung der Thematik jedenfalls klasse und gut ausbalanciert.

Die Charaktere waren leider alle nicht so meins. Louisa ist die Protagonistin der Geschichte, aber stellt sich leider oft als naiv heraus, was mit der Zeit öfters nervte. Sie stellt Fragen, deren Antworten offensichtlich sind. Wahrscheinlich liegt das aber daran, dass der Autor dem Leser seine Informationen irgendwie vermitteln wollte und dies für die einfachste Art hielt. Da Louisa sonst aber eigentlich sehr clever ist, wirkt es eher unglaubwürdig. Gut, naiv und clever kann man beides sein, aber sie scheint nie wirklich voraus zu denken. Tim mochte ich eigentlich als einen der wenigen sehr gerne, weil er seine Meinung standfest vertritt und er wie ein Charakter wirkt, dem ich wirklich begegnen könnte. Die meisten der Charaktere – und vor allem die Teilnehmer – waren am Anfang eher Stereotype, denen später Leben und vor allem Motive und Hintergründe eingehaucht wurden. Das hat ihre mir persönlich leider zu aggressiven Interaktionen zwar nicht wettgemacht, aber die Glaubwürdigkeit deutlich erhöht und irgendwie konnte man dann für die meisten doch ein bisschen Sympathie aufbringen oder ihre Handlungen zumindest nachvollziehen.

Erzählt wird im auktorialen Stil. Die meiste Zeit verfolgt man zwar Louisas Perspektive, springt aber auch gerne mal in eine der anderen Persönlichkeiten. Und selbst wenn man Louisa folgt, wird doch öfter auf Gedanken der anderen verwiesen. An sich mochte ich den Schreibstil eigentlich, aber dennoch gab es einen Knackpunkt: Es wird sehr viel beleidigt. Generell habe ich ja nichts gegen vulgäre Sprache, aber wenn es sich über ein ganzes Buch zieht und nicht wirklich zum Hintergrund passt, ist es mir zu viel. Man könnte zwar debattieren, dass Jugendliche eher zu Beleidigungen neigen und manche von den Teilnehmern kommen auch eindeutig aus schlechteren Verhältnissen, aber das finde ich nicht stichhaltig. Der Akzent des Franzosen wurde wiederum recht gut eingearbeitet. Generell las sich das Buch aber sehr einfach, da es einen eher umgangssprachlichen Stil nutzt.

Am Anfang war ich nicht sehr begeistert von dem Roman und hatte schon befürchtet hiermit einen Griff ins Klo gelandet zu haben, aber letztendlich konnte mich das Buch doch noch überzeugen. Vor allem an Handlung wird viel geboten, wenn man die zähe Einleitung einmal hinter sich hat. Von da ab habe ich das Buch dann auch eher verschlungen und wollte wissen wie es ausgeht. Das letzte Kapitel fand ich etwas enttäuschend, aber generell war das Ende gut und vor allem passend. Gerade die vielen Wendungen waren sehr raffiniert inszeniert. Mit der letztendlichen Auflösung hatte ich gar nicht gerechnet. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es unter den „Guten“ vielleicht einen Todesfall mehr gegeben hätte, um ein besseres Gleichgewicht zu schaffen.

Fazit:
„Battle Island“ schafft es die Thematik einer typischen Fernsehshow, bei der es um viel Geld geht, glaubwürdig rüberzubringen und vor allem kritisch zu bewerten. Aber gleichzeitig bietet der Roman viel Unterhaltung und Spannung und überrascht einen des Öfteren mit interessanten Wendungen. Gerade Action wird hier in vollem Umfang geboten.

Gesamt: 4/5

Inhalt: 5/5
Charaktere: 3/5
Schreibstil: 4/5
Lesespaß: 4/5 

Kommentare:

  1. Hallöchen =)

    Ich lese das Buch auch gerade. Hab schon gehört, dass sich das Buch am Anfang etwas zieht =). Ehrlich gesagt finde ich die Idee nicht besonders originell. Also ich kann auf Anhieb nichts Neuartiges daran erkennen. Trotzdem bin ich sehr neugierig wie Peter Freund seine Geschichte umsetzt =)

    LG
    Anja

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    1. Huhu Anja!

      Dann wünsch ich dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen! :)
      Wirklich originell ist die Idee tatsächlich nicht, aber die Umsetzung finde ich ungewöhnlich.

      Liebe Grüße,
      Diana

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  2. Huhu,

    ich bin zwar noch nicht ganz durch mit dem Buch, aber ich bin bisher nicht wirklich begeistert. Louisa finde ich auch super naiv und gar nicht so sympathisch. Sie wird mir auch viel zu selbstlos dargestellt. Ich finde es schade, dass es eigentlich nur nette oder böse Figuren gibt.

    Liebe Grüße
    Jasmin

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    1. Huhu Jasmin!

      Ja, diese Schwarzweiß-Malerei missfällt mir auch sehr. Man erhascht zwar auf Dauer ein paar Hintergründe der Charaktere, aber das rechtfertigt ihr Verhalten dennoch nicht. Und etwas extrem sind sie alle auch. Louisa wirkt dagegen fast normal, wenn man davon absieht, dass sie scheinbar ein Sportass ist - zumindest in Sportarten, die sehr unüblich sind und zufällig bei der Show sehr hilfreich sind. *hust*
      Die Charaktere sind halt auch wirklich der Punkt, den ich am schlechtesten fand. Es ist kein außergewöhnlich gutes Buch, aber ich fand es zumindest immer noch deutlich besser als Durchschnitt, weil es mal einen ganz anderen Ansatz für so ein Thema zeigt. Ich hatte mich eher auf etwas ala "Tribute von Panem" eingestellt.

      Liebe Grüße,
      Diana

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  3. Ich hab das Buch nach der Hälfte abgebrochen :O Ich fand es richtig mies, um ehrlich zu sein...

    Liebe Grüße,
    Svenja

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