Freitag, 15. Juli 2016

[Aktion] SuB-Destroyer #002


Diese Aktion wurde von Schlunzen-Bücher eingeführt. Am 15. eines Monats werden drei Themen genannt, zu denen man aus seinem eigenen SuB Bücher auswählen soll. Unter diesen soll dann abgestimmt werden, welches dann bis zum nächsten Monat gelesen werden soll. Da ich eine einwöchige Abstimmphase nutzen möchte, würde ich die Aktion gerne erweitern, so dass ich bis zum 22.08. das Buch gelesen haben muss - ab dem Ende der Abstimmung habe ich also einen Monat Zeit für das entsprechende Buch.

Letzten Monat habe ich "Noir" von Jenny-Mai Nuyen gelesen. Zur Rezension gelangt ihr, wenn ihr auf das Cover klickt. Mit der Lesezeit hat es ganz gut geklappt, aber das Buch ist ja auch nicht sehr dick. Bis jetzt gefällt mir die Aktion, vor allem weil ich so auch mal Bücher lese, die ich sonst dauernd übergehe. Da habe ich im Juli auch wieder ein paar Kandidaten dabei. Da ich leider nicht all meine SuB-Bücher vor Ort habe, muss ich die Kategorien manchmal etwas dehnen. Denn ansonsten wäre in der letzten Kategorie ein ganz anderes Buch gestanden, aber das hab ich momentan nicht da.


Die Kategorien im Juli:

1. Ein Buch eines Autors, von dem ihr mehrere besitzt

Mystic Falls, Virginia, 1864: Der Bürgerkrieg tobt, doch Stefan und Damon kämpfen auf dem herrschaftlichen Salvatore-Anwesen ihren ganz eigenen Kampf. Denn die ungleichen Brüder lieben dieselbe Frau – die atemberaubend schöne und mysteriös verführerische Katherine. Dann kommen die leidenschaftlichen Rivalen hinter ein dunkles Geheimnis: Katherine ist ein Vampir – und will auch die Liebe der Brüder unsterblich machen...

2. Ein gebraucht gekauftes Buch

Maru ist eine Sklavin. Auf sie wartet der Dienst in der Palastküche oder auf den Feldern vor der Stadt. Bis sie vom skrupellosen Grabräuber Tasil gekauft wird – der Maru als Figur in seinem gefährlichen Spiel um Reichtum und Macht missbraucht. Und auch ein uralter Daimon namens Utukku entwickelt Interesse an der jungen Frau. Denn er hat erkannt, dass in den Adern der Sklavin das Blut der mächtigen Magier der Sümpfe fließt …

3. Einen (für eure Verhältnisse) dicken Schinken

Nachdem Richard Cypher seinen teuflischen Stiefvater Darken Rahl besiegt und den Riss im Schleier zur Unterwelt verschlossen hat, will er als neuer Herrscher der Welt die Freiheit bringen. Doch auf Richard und seine große Liebe Kahlan warten schon die nächsten Herausforderungen: Zum einen die Imperiale Ordnung – aber vor allem die fanatischen Kinder des Blutes ...

Ihr könnt bis zum 22.07. um 23:59 hier per Kommentar abstimmen, welches Buch ich lesen soll. Ich würde mich über eure Beteiligung freuen. 

[Rezension] Evolution: Die Stadt der Überlebenden von Thomas Thiemeyer

Titel: Die Stadt der Überlebenden
Reihe: Evolution
Band: 1
Autor: Thomas Thiemeyer
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 04.07.2016
Seiten: 360
Verlag: Arena
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-401-60167-0
Originalpreis: 16,99€

Kurzbeschreibung: 
Evolution ist unaufhaltsam. Evolution ist unausweichlich. Sie macht vor niemandem Halt. Auch nicht vor uns. 
Eine Gruppe von Austauschschülern muss auf dem Weg in die USA notlanden. Als Jem und Lucie die Landebahn des Denver Airports betreten, ist die Welt plötzlich nicht mehr wie sie war: Der Asphalt überwuchert, das Terminal menschenverlassen, überall lauern Gefahren. Vor allem Tiere haben es auf die Neuankömmlinge abgesehen. Was ist bloß geschehen? Auf der Suche nach Antworten erfahren die Jugendlichen von ein paar Überlebenden in einer verschollenen Stadt. Doch wie sollen sie sie erreichen, wenn die ganze Erde sich gegen sie verschworen hat? Eine atemberaubender Wettlauf beginnt - denn überleben können nur die Stärksten. 

Meinung: 
Die Gestaltung des Romans gefällt mir sehr gut. Vor allem das Cover hat es mir angetan. Ich liebe diese Bilder von dystopischen Welten, in denen die Natur sich ihr Hab und Gut Stück für Stück wieder zurück erobert hat. Deswegen gefällt mir die Illustration auch so gut, auch wenn die gezeichnete Szene im Buch selbst nicht vorkommt – oder ich hab etwas verpasst. Die Kapitelanfänge haben mich anfangs etwas verwirrt. Am Anfang der ersten Kapitel steht immer der Name des Perspektivträgers in abgehobenen Lettern, allerdings wird später klar, dass das nicht immer ein Anzeichen für den Perspektivträger ist. Es wird einfach nur das erste Wort des Kapitels abgehoben. Zwischen den Kapiteln gibt es ab und an eine schwarze Seite, die ein eigenes Kapitel ist und wohl die Sicht von den einheimischen Wesen zeigen soll. Das war auf jeden Fall eine interessante Art mehr Spannung ins Buch zu bekommen. Am Ende des Buches bekommt man noch einen Ausblick darauf wie die zwei Folgebände heißen werden und wann sie erscheinen sollen. Die Kurzbeschreibung passt gut und macht neugierig.

Das Thema des Romans hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es geht um eine gruppe Schüler, die unterwegs in die USA sind und feststellen müssen, dass diese sich ganz schön verändert haben. Am Denver Airport ist es nämlich menschenleer und komplett verwildert. So richtig erklären kann sich das keiner, aber wichtiger ist noch das Überleben: Denn diese seltsame Welt ist den Schülern keineswegs wohlgesonnen. Und so machen sie sich auf die Suche nach Überlebenden. Ich muss sagen, ich bin sehr gespannt wie der Autor das Ganze letztendlich erklären will, weil ich die Flugzeugturbulenzen etwas unglaubwürdig fand, aber an sich ist das Thema trotzdem sehr gut inszeniert und spannend. Und das Buch hält sich mit Gewalt auch nicht zurück. Es passieren schlimme Dinge und die Jugendlichen versuchen verzweifelt dem zu entkommen. Dabei erleiden sie aber auch Rückschläge. Manche Entscheidungen fand ich fragwürdig, aber wahrscheinlich wird in den folgenden Büchern noch erläutert wie sich das aufs Weitere auswirkt. Das Buch endet recht offen und mit einem Hauch eines Cliffhangers. Und auf den letzten Seiten zeichnet sich ab, dass das vermeintliche vorläufige „Happy End“ vielleicht doch keines ist. Für eine Dystopie ist dieses Buch auf jeden Fall originell und durchaus spannend.

Die beiden Protagonisten Jem und Lucie sind etwas ungewöhnlich, aber überwiegend sympathisch, auch wenn es mir schwer fiel mich mit einem von ihnen zu identifizieren. Etwas seltsam fand ich ihr Verhältnis zueinander, da es manchmal durch die Wortwahl so anklingt als würden sie sich nicht erst seit kurz vor dem Abflug kennen, sondern schon viel länger. Auch fand ich ihre Faszination füreinander etwas übertrieben, da irgendwie die Chemie nicht so recht stimmen will. Mir kam es einfach erzwungen vor. Marek fand ich anfangs übrigens eigentlich schon fast zu nett, wenn man bedenkt wie negativ er eigentlich beschrieben wird. Später hat er seinem Ruf zwar alle Ehre gemacht, aber anfangs fand ich ihn sogar ganz nett, was nicht zu Jems oder Lucies Bild von ihm gepasst hat. Die anderen Charaktere sind auch alle etwas sonderlich, aber zusammen ergeben sie alle zumindest ein gutes Team. Etwas schade fand ich, dass die Erwachsenen in diesem Buch sehr hintenan gestellt werden – und das fast schon mit Absicht.

Der Schreibstil ist sehr zugänglich. Es gibt wenig lange Absätze und viel Handlung, wodurch ein hohes Tempo erzeugt wird. Außerdem werden eher parataktische Sätze, also Hauptsätze, verwendet und geben damit auch authentisch die Gedanken der Perspektivträger wieder. Man hat sofort ein genaues Bild vor Augen, was passiert, obwohl eigentlich sparsam mit Beschreibungen umgegangen wird. Aber gerade weil nicht zeilenlang die Umgebung beschrieben wird, entsteht eher eine Art Film im Kopf, was durch die Handlungen betont wird.

Zwischendrin war ich immer wieder etwas skeptisch und ich bin auch nicht sicher, ob mir gefällt worauf der zweite Roman wohl hinausläuft, aber auf jeden Fall habe ich im ersten Band mitgefiebert und ab der Hälfte war es so spannend, dass ich nicht mehr pausieren konnte. Tatsächlich habe ich die Dystopie an einem einzigen Tag verschlungen. Mir hat es sehr gefallen, gerade weil es mal ausnahmsweise nicht direkt um irgendwelche Systeme geht, aus denen der Protagonist auszubrechen versucht. Hier ist es eher das Gegenteil. Die Protagonisten werden in eine unbekannte Welt geworfen, die den USA, die sie kennen, nicht einmal ansatzweise gleicht. Evolution ist echt ein tolles und interessantes Thema für eine Dystopie und es wurde ja fast schon Zeit, dass jemand mal auf die Idee kam.

Fazit:
Eine neue Dystopie, die sich von den anderen durchaus abhebt. Hier steht nicht die Liebe im Mittelpunkt, sondern Handlung und Action. Es passiert sehr viel und man taucht schnell in das Buch ein. Von mir gibt es eine klare Empfehlung. Das Buch hat zwar auch seine Schwächen, aber das Gesamtpaket kann voll überzeugen und ist gerade für Jugendliche und Dystopieliebhaber der Auftakt einer vielversprechenden Reihe.

Gesamt: 4/5

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 5/5

Donnerstag, 14. Juli 2016

[Aktion] Serienabend #006


Im Mai hat die liebe Kosmeticca zu einer neuen Aktion ausgerufen, die vor allem für Serienliebhaber gedacht ist. Worum geht es im Speziellen? Jeden Donnerstag stellt man eine Serie vor, die man gerade schaut mit der aktuellen Folge. Das kann eine neue Serie sein, aber auch ein Rewatch.

Steckbrief

Titel: Pretty Little Liars

Inhalt: Im Zentrum von „Pretty Little Liars“ stehen die vier Mädchen Aria, Hanna, Spencer und Emily. Vor einem Jahr noch bildeten sie mit einer fünften - Alison DiLaurentis - die In-Clique der Schule. Genau genommen waren die vier vor allem durch Alison in der Schulhierarchie aufgestiegen. Doch dann verschwand Alison unvermittelt von einem gemeinsam verbrachten Abend - und blieb verschwunden. Die vier Mädchen verloren sich über das folgende Jahr aus den Augen - auch, weil ein gewaltiges Geheimnis (und viele kleinere) auf ihnen lastete. Mittlerweile haben sich die vier mit ihrem neuen, unabhängigen Leben arrangiert. Unvermittelt erhalten sie jedoch Nachrichten per eMail und SMS von A. - einer Person, die alle ihre Geheimnisse, alte wie neue, zu kennen scheint.

Staffel: Staffel 3

Folge: Folge 2, "Blutrot ist das neue Schwarz"


1. Beschreibe die aktuelle Folge in drei Worten

Jenna, Garret und Mona

2. Bewerte die Folge mit einer Schulnote und begründe deine Entscheidung

Ich gebe der Folge eine 2-. Sie war etwas lahm, auch wenn ein paar Dinge passiert sind, aber momentan ist eher Tote Hose bei PLL, habe ich das Gefühl. Das muss erst wieder in Fahrt kommen. Warum alle so einen Aufstand wegen Hannas Besuchen machen, verstehe ich eh nicht. Immerhin waren sie und Mona Freundinnen und egal, was passiert ist, dieses Band ist nicht einfach von heute auf morgen weg. Caleb spielt sich da ja momentan etwas auf. Er sagt zwar nichts, aber man merkt wie sehr er Hannas Verhalten missbilligt. Mit Garret kommt Spencer auch kein bisschen voran und der Handlungsstrang lässt einen in dieser Folge auch eher verwirrt zurück. Die Sache mit Emily ist ja schon wieder harter Tobak. Hoffentlich geht das gut aus. Und Aria wird wieder von A. schikaniert. Aber was es mit dem Ohrring genau auf sich hat, ist vielleicht wirklich interessant. Ich hätte ja gedacht, dass Alison die absichtlich versteckt hat. Und dass Jennas kleines Geheimnis jetzt aufgeflogen ist, ist natürlich klasse. Daraus kann man ja vielleicht wirklich Vorteile ziehen - wenn die Mädchen sich mal ausnahmsweise nicht trottelig anstellen. Im Großen und Ganzen wirkt es etwas als wäre alles wieder auf Anfang und vor allem fraglich ist, was in den 6 Monaten zwischen Staffel 2 und 3 passiert sein mag, denn teilweise ist plötzlich alles anders, vor allem bei Aria.

3. Erzähle uns von dem witzigsten Moment deiner aktuellen Folge.

Das ist wohl die falsche Serie dafür. Es gibt vieles, wofür "Pretty Little Liars" bekannt ist, aber definitiv nicht für seinen Humor. Ich hab sogar aufgepasst, ob irgendwas witziges vorkommt, aber bis auf ein paar halb lustige Bemerkungen war da nichts. Der witzigste Kommentar kam dabei von Ella während des Unterrichts:
"Und wirklich tragisch wäre, wenn manche von euch nicht endlich damit anfangen, Notizen zu machen. Tut mir Leid, in eurem letzten Jahr geht's nicht nur darum zu schwänzen und vor den Überwachungskameras im Supermarkt zu tanzen. Dazu sind die Wochenenden da." 
Ja, nicht wirklich der Brüller, aber zumindest amüsant.
Passend zur Serie habe ich heute übrigens auch meine Rezension zum ersten Band der Buchreihe auf meinem Blog veröffentlicht. Wer Interesse hat, kann ja mal reinschauen. 

[Rezension] Unschuldig von Sara Shepard

Titel: Unschuldig
Reihe: Pretty Little Liars
Band: 1
Autor: Sara Shepard
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 06.07.2009
Seiten: 320
Verlag: cbt
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-30562-1
Originalpreis: 7,95€

Kurzbeschreibung: 
Hinter perfekt gestylten Outfits und dunklen Gucci-Sonnenbrillen verstecken vier Mädchen ihre geheimsten Geheimnisse. Doch plötzlich droht die Wahrheit ans Licht zu kommen...
 Spencer flirtet mit dem Freund ihrer Schwester, Aria hat eine Affäre mit dem Englischlehrer, Emily knutscht mit einem Mädchen und Hanna steckt sich heimlich den Finger in den Hals. Dann tauchen bedrohliche SMS auf von einem anonymen Absender: A. Und A. weiß alles. Wirklich ALLES!

Meinung: 
Mit dem Cover muss man sich erst einmal anfreunden. Daran gefällt mir eigentlich maximal die Schriftart. Farblich ist das gelb mir ein bisschen zu grell und dadurch ist es auch schwer die vier Mädchen, die die Protagonistinnen darstellen sollen, zu betrachten, weil der Kontrast zwischen den Farben zu hoch ist. Außerdem finde ich, dass es durch die Positionen der Mädchen so wirkt als wäre Spencer in diesem Band die alleinige Perspektivträgerin. Aber an sich ist es eine nette Idee die Vier dem Leser zu präsentieren, damit man ein Bild vor Augen hat. Im Original wurden ja Barbiepuppen verwendet, da finde ich es schöner echte Menschen zu nehmen. Die Kurzbeschreibung passt ziemlich gut zum Buch. Ob ich es aber deshalb gekauft hätte, wenn ich nicht durch die Serie darauf gestoßen wäre, bezweifle ich, aber das liegt vermutlich auch am Altersunterschied zur Zielgruppe.

Ich kannte die Serie vor den Büchern und wusste deshalb vor dem Lesen natürlich schon, worauf ich mich einlasse und vor allem auch dessen grobe Handlung. So grob ist sie allerdings gar nicht an der Serie gehalten, im Gegenteil. Das meiste wurde tatsächlich übernommen bis auf einige Sachen, die wahrscheinlich nicht so gut gekommen wären wie Rassismus oder Bulimie. In den Büchern geht es dabei etwas schonungsloser zu. Ich hatte auf etwas mehr Inhalt gehofft, aber nach der Hälfte des Romans war für mich abzusehen an welchem Punkt der erste Band der Reihe enden würde. Trotzdem war es durchaus spannend und lädt vor allem zum Rätselraten ein, auch wenn die Nachrichten von A. sich noch in Grenzen halten. Man erfährt einiges über das Leben der Mädchen und ihre Geheimnisse – oder zumindest ein Geheimnis. Und dann werden vor allem noch viele Fragen aufgeworfen, z.B. was die Sache mit Jenna betrifft. Das Ende des ersten Bandes hält natürlich dann noch einen Schocker bereit. Generell muss man natürlich im Kopf behalten, dass es sich hier um jugendliche Protagonistinnen handelt, die auch jugendliche Probleme haben. Manchmal kann man darüber auch nur den Kopf schütteln, aber zumindest ist es immer nachvollziehbar und manchmal tatsächlich auch schockierender als die Geheimnisse, die man selbst mit sich herumträgt. Ich meine gut, Homosexualität ist heutzutage ein „alter Hut“, aber als das Buch heraus kam, war das Thema ja doch noch etwas aktueller. Eine Affäre mit einem Lehrer? Das ist schon ein ziemlicher Skandal. Aber Bulimie finde ich auch nicht gerade harmlos. Dagegen wirkt Spencer, die nur die Freunde ihrer Schwester anbaggert fast schon harmlos, auch wenn ich ihre Szenen auch heftig fand. Was die Mädchen tun, bleibt auf jeden Fall nicht ungestraft. Ich denke, für Jugendliche – und vielleicht auch ältere – ist es gleichzeitig auch interessant, um sich mit derlei Thematiken auseinanderzusetzen.

Die Charaktere sind nicht unbedingt die sympathischsten Personen. Perspektivträgerinnen sind Aria, Emily, Hanna und Spencer, die früher einmal zu einer Mädchenclique gehörten, deren fünftes Mitglied die verschwundene Alison war. Ich würde nicht sagen, dass man mit den Vieren sympathisiert, aber zumindest kommt man mit jeder von ihnen klar, mit der einen vielleicht mehr als mit der anderen. In der Serie mochte ich z.B. Hanna am Liebsten, aber im Buch bin ich noch nicht mit ihr warm geworden. Dafür mag ich Spencer umso mehr und Aria fand ich hier auch recht umgänglich. Emily ist für mich etwas unnahbar, aber ich denke, dass für jeden Leser eine Figur dabei ist, mit der er sich identifizieren kann oder möchte. Ansonsten muss man sagen, dass alle Charaktere tiefgründig ausgearbeitet sind und sich hinter jedem von ihnen mehr zu verbergen scheint als man im ersten Moment denkt. Es wird ja auch wild von den Mädels gemutmaßt, wer A. sein könnte.

Der Schreibstil ist sehr farbenfroh. Es werden viele sprechende Verben benutzt, z.B. johlen oder quietschen. Außerdem gibt es in diesem Buch vor allem Dialoge. Das vereinfacht das Lesen natürlich noch einmal, was aber nicht zwingend nötig wäre, da der Stil sehr an jugendlicher Sprache angenähert ist, schlicht, einfach und mit einigen typischen Worten, die Jugendliche im Alltag so verwenden. Für mich war es zum Glück noch nicht zu aufdringlich, obwohl ich in Punkto Jugendsprache etwas empfindlicher bin. Es lässt sich sehr einfach lesen und passt damit auch genau zur Zielgruppe.

Ich habe den Roman in zwei Tagen durchgelesen. Es ist in der Tat ein Buch für Zwischendurch, dass – zumindest bis dato – nicht besonders anspruchsvoll ist. Ob sich das im Laufe der Reihe ändert, bleibt abzuwarten. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht in die Welt von Rosewood einzutauchen und mehr darüber herauszufinden. Das wirft zudem noch einmal ein ganz anderes Licht auf die Serie, wenn man sie denn schaut. Etwas hat mir irgendwie trotzdem gefehlt, aber so ganz kann ich es nicht benennen und vielleicht kommt es ja noch in den Folgebänden. Ich werde definitiv noch weiterlesen.

Fazit:
Dies ist ein ansprechender „Thriller“-Auftakt für Teenager und verspricht alles, was man sich als solcher wünschen könnte: Liebe, Drama, Partys und andere Themen, die vor allem in dem Alter relevant sind. Und Dank der oder dem ominösen A. wird der Roman nochmal deutlich spannender, denn alles dreht sich hier um Geheimnisse. Für Erwachsene ist es vielleicht nicht unbedingt etwas, aber Jugendlichen empfehle ich es gerne.

Gesamt: 4/5

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Mittwoch, 13. Juli 2016

[Rezension aus dem Archiv] Blood and Chocolate von Annette Curtis Klause

Titel: Blood and Chocolate
Autor: Annette Curtis Klause
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 15.11.2010
Seiten: 338
Verlag: Heyne fliegt
Format: Gebunden
ISBN-13: 978-3-453-26691-9
Preis: 14,99€

Kurzbeschreibung: 
Kannst du mich lieben, so wie ich bin? 
Nur bei Mondschein fühlt sich die sechzehnjährige Vivian ganz in ihrem Element. Dann verwandelt sich das schöne und leidenschaftliche Mädchen in einen Wolf und streift gemeinsam mit ihrem Rudel durch die Wälder Marylands. Doch als Vivian sich eines Tages in Aiden, einen Menschen, verliebt, muss sie eine schicksalhafte Entscheidung treffen.

Inhalt: 
Vivian lebt erst seit kurzem in Maryland, weil in ihrem Rudel ein Unglück geschehen ist. Nun sind sie fortgezogen und Vivian fühlt sich zunehmend einsamer. Ein Bild von ihr wird in der Zeitung veröffentlicht, daneben das Gedicht eines gewissen Aiden. Sie macht sich auf die Suche nach ihm und verliebt sich. Die beiden führen gegen den Willen ihres Rudels eine Beziehung. Doch Vivian fällt es schwer, Aiden nicht ihr wahres Wesen zu zeigen. Deshalb trifft sie eine schwerwiegende Entscheidung. Und dann passiert plötzlich ein Mord, den nur ein Werwolf ausführen konnte, und Vivian verdächtigt sich selbst.

Erster Satz: 
Flammen loderten hoch in den Himmel empor und tauchten die Nacht in ein gespenstisch karnevaleskes Licht.

Meinung:
Das Cover ist wunderschön. Ein hübsches Mädchen mit strahlend grünen Augen. Darunter der Titel, der neugierig macht. Blut und Schokolade? Was hat das denn miteinander zu tun? Und worum geht es dann in dem Buch? Die Kurzbeschreibung ist leider sehr kurz gehalten, die im Buch gefällt mir besser, da sie mehr Neugierde weckt. Außerdem wird auf der Rückseite des Buches noch geschildert, wie beliebt das Buch in den USA ist und es wird absolut angepriesen. Das wirkt ein wenig nach zu viel des Guten. Ein paar Kommentare von renommierten Zeitschriften hätten es auch getan. Die Schrift ist schön groß und die Kapitel nicht zu lang. Außerdem gibt es noch eine Unterteilung in Monate, die ich persönlich für nicht so wichtig empfand. Aber die Absätze sind gut verteilt.

Anfangs war die Handlung sehr langweilig. Vivian ist sehr selbstbewusst und kriegt Aiden schnell herum. Dann turteln sie rum. Viel mehr passiert nicht – nur die Krise des Rudels wird noch näher gebracht. Erst nach fast 2/3 des Buches wird die Handlung spannend, aber dann ist man auch wirklich gefesselt. Vivians Probleme sind rührend. Sie kommt mit dem Rudel nicht richtig klar, will Aiden ihr wahres Ich zeigen und muss auch noch darum bangen, dass sie an dem Mord schuld ist. Erst ganz zum Schluss löst sich alles auf, das Ende ist eher unerwartet und ich persönlich hatte anderes erhofft. Am Ende wird auch keiner polizeilich bestraft und man liest darüber gar nichts mehr, was ich schade finde. Auch Konsequenzen hatte Vivians Verhalten nicht wirklich. Aus dem Ende hätte man wirklich mehr machen können. Es wurde viel zu schnell abgehandelt als wäre der Autorin die Lust vergangen. Aber ich war total ergriffen von den Geschehnissen. Vivians Probleme haben mich richtig gerührt und immer wieder habe ich mich gefragt, warum sie nicht mit ihrem Rudel über alles redet, aber natürlich wäre das auch gar nicht so leicht gewesen.

Die Charaktere sind nicht allzu vertieft worden, aber das war größtenteils auch gar nicht nötig, da das Wichtigste gut rübergekommen ist und Vivian meistens ohnehin allein war. Allerdings hat mich ihr Charakter ein wenig gestört. Sie ist so selbstbewusst, dass es mich ziemlich erschrocken hat. Es ist eher schwer sich in sie hineinzuversetzen, da sie eine seltsame Denkweise hat. Auch die meisten Rudelmitglieder wirken eher unsympathisch. Gabriel war der einzige, der öfter vorkam, der nicht allzu abschreckend war. Auch das Verhalten der Menschen am Ende war meiner Meinung nach etwas übertrieben.

Klauses Schreibstil ist sehr einfach gehalten und eher etwas für jüngere Teenager. Besonders anfangs erkennt man das gut, während richtige Handlung und ein Plot noch nicht wirklich ersichtlich sind. Wie eine sehr lange Einleitung in die Ereignisse. Vivians Beziehungskenntnisse sind deutlich unter ihrer Altersklasse, wo sie doch angeblich bereits etwas mit einem anderen Rudelmitglied gehabt hatte. Immer wieder hatte ich sie für jünger gehalten als sie eigentlich war. So wird es aber auch geschrieben. Ihre Denkweise ist sehr einfach und erst gegen Ende wird es anspruchsvoller. Ich konnte mir alles gut vorstellen. Es gibt mehr Handlung als Beschreibung, aber im Vergleich zur wörtlichen Rede ist es ausgeglichen.

Ich habe das Buch in knapp zwei Tagen durchgelesen und mittlerweile muss ich sagen, dass ich es gar nicht so schlecht finde wie ich anfangs fürchtete. Wenn man mitten im Geschehen der zweiten Hälfte ist, ist der erste langweilige Teil auch schon vergessen, denn Klause hat damit wieder richtig aufgeholt. Für mich war es eine schöne Lektüre, die auch mitreißen kann.

Fazit: 
Unterhaltung bringt dieses Buch wirklich. Es ist durchaus spannend. Wer Werwölfe mag und sich von unerwarteten Handlungen nicht abschrecken lässt, ist hiermit gut bedient. Natürlich sollte man auch eine Leidenschaft für Romanzen mitbringen, denn dieses Buch ist nichts anderes, auch wenn es mit weniger Kitsch aufwartet.

Gesamt: 3/5

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Gestaltung: 4/5
Schreibstil: 3/5
Preis/Leistung: 3/5

Verfasst am: 09.10.2010