Freitag, 17. März 2017

[Rezension] Infernale von Sophie Jordan

Titel: Infernale
Reihe: Infernale
Band: 1
Autor: Sophie Jordan
Genre: Dystopie 
Erscheinungsdatum: 15.02.2016
Seiten: 384
Verlag: Loewe
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-7855-8167-4
Originalpreis: 17,95€

Kurzbeschreibung: 
Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet. 
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand. 
Niemand sagte: Das geht nicht. 
Niemand sagte: Mörderin. 

Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin? 

Meinung:
Diesen Monat erscheint bereits der zweite Band der Reihe. Seit Monaten ist der erste Band bereits in aller Munde und deshalb kam auch ich nicht umhin, es endlich zu lesen. Optisch ist es erst einmal eher unauffällig und geht in der Masse unter, der Klappentext klingt aber vielversprechend und vor allem spannend, vielleicht mal wieder eine Dystopie, die vom Hocker hauen kann. Das Thema ist auf jeden Fall brisant und hat hohes Potenzial.

Tatsächlich wird man sich der Brisanz auch schnell bewusst. Davy erfährt, dass sie HTS hat und plötzlich ändert sich einfach alles für sie. Die Leute behandeln sie anders und ihre Möglichkeiten sind eingeschränkt. Das Buch zeigt raffiniert, was dies mit der Psyche eines Menschen machen kann. Sehr faszinierend fand ich vor allem, wie radikal die Außenstehenden dabei reagiert haben, die HTS-Träger sofort verurteilen und als Kriminelle brandmarken, obwohl ja nicht jeder HTS-Träger ein Mörder sein muss. Generell ist die Storyline nicht unbedingt originell, sondern verfolgt ein typisches Handlungsmuster, kann dabei aber trotzdem fesseln. Es gibt eine Liebesgeschichte, die tatsächlich glaubwürdig rüberkommt, da sie langsam aufgebaut wird. Davys Taten und die extremen Reaktionen darauf fand ich besonders spannend. Generell war alles nachvollziehbar und es ist spannend, wie die HTS-Träger eigentlich in die Ecke gedrängt werden. Nur in Mount Haven fand ich Davy etwas irrational, aber dennoch nachvollziehbar. Besonders gut konnten die Texte am Ende eines Kapitels die drückende Stimmung unterstreichen.

Davy ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Sie ist ein sympathisches Mädchen mit eigenen Macken, wird aber anfangs und im Grunde von allen auf ihre Musik und ihren Fleiß reduziert. Ich denke aber, dass das Absicht von der Autorin sein könnte, da Davy mit ihrem HTS-Status langsam mehr Selbstbewusstsein findet und sich ihr Charakter entwickelt. Auch die anderen Charaktere fand ich alle sehr sympathisch, auch wenn viele etwas zu kurz kamen. Selbst über Davy lernt man ja nicht viel, aber über die anderen Charaktere erfährt man meist nur grobe Randdaten. Hoffentlich ändert sich das im zweiten Band vielleicht noch. Dennoch fällt es nicht negativ auf, da der Schwerpunkt der Handlung ja trotzdem auf Davy und ihrer Situation liegen. Und gerade das Verhalten aller Charaktere fand ich doch sehr realistisch, wenn auch teilweise schockierend.

Der Schreibstil der Autorin ist recht eingängig und umgangssprachlich. Der Stil ähnelt dem typischen Gesprächsstil auch sehr. Dadurch hat man das Gefühl, dass Davys Erzählung mehr persönlicher ist. Durch das Präsens wird außerdem die Spannung deutlich gesteigert. Es gibt auch ein paar Schachtelsätze, aber die fallen nicht ins Gewicht.

Durch diese Dystopie bin ich geradezu durch gerauscht. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen und mich letztendlich nur fragen, wieso ich es nicht schon längst gelesen habe. Das Buch hat natürlich auch die eine oder andere Schwäche, aber insgesamt wird das Thema schön aufbereitet und die Verzweiflung Davys wird mit jedem Kapitel gesteigert. Da bin ich wirklich gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht. Mit Davy konnte ich ja überraschenderweise auch sympathisieren, obwohl ich weibliche Protagonisten oft etwas anstrengend finde. Das ist mir bei ihr aber nur kurz am Ende passiert und da ging ich einfach nur nicht mit ihren Gedankengängen konform. Aber insgesamt konnte mich der Roman von vorne bis hinten überzeugen.

Fazit: 
„Infernale“ verarbeitet ein schwieriges Thema spannend und vor allem schockierend. Die Dystopie geht dabei bis zum Äußersten und verspricht von einer kleinen Liebesgeschichte bis hin zu einer ordentlichen Portion Action so ziemlich alles.

Gesamt: 5/5

Inhalt: 5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 5/5

Kommentare:

  1. Ohhh... das Buch liegt schon viel zu lange auf meinem SuB. Ich musste es damals unbedingt haben, habe es sogar vorbestellt und dann... Nichts... Nach deiner tollen Rezension muss ich es nun wirklich bald lesen.
    LG
    Yvonne

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    1. Huhu Yvonne!

      Das Buch musst du echt mal erlösen. :) Ich weiß noch, dass ich es seit August auf dem Wunschzettel hatte und es mir ständig holen wollte und irgendwie hat es nie geklappt. Als ich es dann in der Bibliothek sah, habe ich keine Sekunde gezögert und es im Nachhinein auch echt nicht bereut. Ich wünsche dir viel Spaß damit, sobald du es liest!

      Liebe Grüße,
      Diana

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  2. Das Buch ist so der Hammer! Es ist mein Lieblingsbuch und es ist einfach krass. Man fragt sich unwillkürlich, wie es wäre, wenn wir in solchen Zeiten leben würden...
    Und Sean O'Rourke ist soo toll :D
    LG, Medea

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    1. Huhu Medea!

      Du hast Recht, das war auch der besondere Anreiz für mich, dieses Buch zu lesen. :) Generell finde ich Dystopien deshalb so interessant, weil man immer mit sehr interessanten und beängstigenden Visionen konfrontiert wird.

      Liebe Grüße,
      Diana

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