Freitag, 30. September 2016

[Rezension] Der Sommer mit Pippa von Britta Sabbag

Titel: Der Sommer mit Pippa
Autor: Britta Sabbag
Genre: Liebesroman
Erscheinungsdatum: 22.04.2016
Seiten: 320
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-499-27107-6
Originalpreis: 9,99€

Kurzbeschreibung: 
Sarah ist ein Kontrollfreak: Sie besitzt für jeden Anlass das perfekte Kleid, sie hat den perfekten Partner und nun auch endlich den perfekten Verlobungsring am Finger. Erst bei der Planung ihrer Hochzeit merkt sie, dass ihr die Trauzeugin fehlt - sie hat einfach keine beste Freundin. Als dann die chaotische Pippa in ihr Leben stolpert, ändert sich alles. Pippa ist Automechanikerin und das genaue Gegenteil von Sarah: zu laut, zu widerspenstig, zu ehrlich. Aber kann so jemand wie Pippa auch Sarahs Herz retten? 

Meinung: 
Mit seinen grün-blauen Farben und den gepflückten Blümchen erinnert das Buch im ersten Moment eigentlich eher an den Frühling, aber passt auch hervorragend zum Sommer. Der Titel des Buches steht im Vergleich zum Recht ein wenig hervor. Die Kurzbeschreibung klingt nach einer schönen Geschichte über Freundschaft, fast ein bisschen wie in diesen Hollywoodfilmen. Der innere Satzspiegelrand hätte ruhig etwas breiter ausfallen können, da man das Buch so sehr weit aufschlagen muss, aber das ist nicht allzu schlimm.

Schlimm war aber die Handlung. An und für sich hätte die bestimmt gut umgesetzt werden können, wurde sie aber nicht. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass Sarah auf Pippa trifft und sie als ihre Trauzeugin einspannt und sich daraus dann eben eine Freundschaft entwickeln soll. Erst einmal ist die Geschichte eigentlich schon ab der ersten Seite völlig vorhersehbar. Denn hier werden wirklich Klischees bedient. Auch konnte ich nichts damit anfangen, was für derbe Inhalte das Buch hergibt. Nicht nur ist Pippa quasi mit gar nichts bekleidet, es werden auch nicht ganz harmlose Sexszenen angedeutet und generell ist der Ton des Buches etwas gröber. Und die ganze Handlung unglaubwürdig inszeniert dadurch, dass alles irgendwie übertrieben dargestellt wird. Am besten hat mir eigentlich die dahinter steckende Botschaft gefallen, dass Freunde zusammenhalten sollen und für den anderen da sind.

Die stereotypen Charaktere waren keine Spur sympathisch und ihre Dialoge klangen meisten eher erzwungen. Sarah, die Protagonistin, wirkt leider absolut naiv und lässt sich auch irgendwie alles gefallen. Im Laufe des Buches wird sie immer wieder mit Hinweisen auf etwas konfrontiert und ignoriert das mit so einer Vehemenz, dass ich das Buch mehrmals an die Wand klatschen wollte. Sie ist aber auch noch die normalste von allen. Ihr Verlobter Philip wirkt im ganzen Buch kein Stück sympathisch, Pippa ist fast schon übertrieben konträr zu Sarah. Ich meine, das ist ja der Sinn dahinter, aber während Sarah eine typische karriereorientierte Frau ist, die Sinn für Stil hat, wirkt Pippa wie aus der Gosse gekrochen und selbst da wäre sie ein schriller Vogel. Mit dieser Figur konnte ich überhaupt nichts anfangen. Die Schwiegermutter war da eigentlich nur noch das i-Tüpfelchen.

Im Grunde hat mich am Schreibstil anfangs nicht viel gestört, aber dann wurden mehrmals auf ein bis zwei Seiten hintereinander Bezüge zu Filmen und Fandoms erwähnt, die durch die Masse übertrieben wirkten. Später kommt dann auch noch eine extreme Gossensprache hinzu. Die passt zwar irgendwie zu Pippa, aber das war schon wirklich aufdringlich. Auch kam ein Russe vor, der jeden Satz erst auf Russisch und dann auf Deutsch gesagt hat. Ich meine…wozu? Das wirkte nicht nur völlig unnatürlich, sondern war auch unnötig.

Ich habe mehrmals mit dem Gedanken gespielt das Buch einfach abzubrechen. Ich stand kurz davor, hab mir dann aber doch noch einen Ruck gegeben. Wirklich gelohnt hat sich das aber nicht. Ich war bei einem Buch selten so froh, es endlich zuklappen zu können. Die Danksagung am Ende fand ich fast besser als den Roman selbst. Die Idee der Geschichte ist eigentlich echt schön, aber alles wirkt so übertrieben und unglaubwürdig, dass man sich nicht richtig darauf einlassen kann – und will.

Fazit:
Leider kann ich von diesem Buch nur abraten. Es ist eine Farce. Dahinter steckt eine wirklich schöne Idee, deren Umsetzung vollkommen missglückt ist und an Klischees und Stereotypen kaum zu überbieten ist.

Gesamt: 2/5

Inhalt: 2/5
Charaktere: 2/5
Lesespaß: 1/5
Schreibstil: 2/5

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