Sonntag, 27. August 2017

[Kurzrezension] Infernale - Rhapsodie in Schwarz von Sophie Jordan

Titel: Rhapsodie in Schwarz
Reihe: Infernale
Band: 2
Autor: Sophie Jordan
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 13.03.2017
Seiten: 384
Verlag: Loewe
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-7855-8369-2
Originalpreis: 18,95€

Kurzbeschreibung:
Ich hatte geglaubt, Mörderin genannt zu werden und alles zu verlieren – meine Zukunft, meinen Freund, meine Freunde – wäre das Schlimmste, was mir passieren konnte. Aber ich habe mich getäuscht. Herauszufinden, dass sie recht haben? Herauszufinden, dass ich genau das bin? Das ist noch viel schlimmer.

Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin. Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los ...

Meinung:
Den ersten Band habe ich wirklich gemocht. Alles wurde sehr authentisch beschrieben. Da hat man richtig Gänsehaut bekommen. Aber der zweite Band ist vergleichsweise eine ziemliche Enttäuschung. Im Grunde ist das Buch nicht schlecht, aber in vielen Punkten vergisst man leicht, dass das hier eigentlich Teil einer Reihe sein soll. Davy und ihre Freunde wollen nach Mexiko fliehen und dabei überschlagen sich die Ereignisse und sie gerät an eine Widerstandsgruppe. Ihre innere Motivation und ihre Wünsche sind dabei durchaus glaubwürdig dargestellt, auch wenn Davy oft fast ein bisschen zu stur und unnachgiebig war. Man kann sagen, dass dieser Band der Dilogie sehr passiv ist. Im Ernst. Es passiert quasi so gut wie gar nichts. Dennoch durchlebt Davy einiges und macht eine innere Entwicklung durch. Keine gute Entwicklung muss man zugeben, aber zumindest setzt sie sich mit sich selbst auseinander. Leider ist sie dabei furchtbar selbstzerstörerisch und scheint gleichzeitig die Gründe für dieses Verhalten schnell in den Hintergrund zu drängen, was etwas widersprüchlich war. Im Endeffekt gilt ihre Selbstfindung vor allem dem Bezug zu ihren Freunden und das wurde tatsächlich gut gelöst. Über die Gesellschaft wiederum erfährt man leider wenig und wenn dann auch nur über die bereits aus dem ersten Band bekannten Protokolle. Bei der Liebesgeschichte muss ich die Autorin allerdings halbwegs loben. Okay, überzeugen konnte sie zwar von vorne bis hinten nicht, weil alles viel zu übereilt und unmotiviert wirkte, aber dafür fand ich ihre doch recht fragwürdige und unpopuläre Entscheidung wirklich großartig. Diese Entscheidung wird allerdings vermutlich vielen anderen auf den Magen schlagen. Leider muss man aber auch sagen, dass gerade dieser Teil der Handlung im Vordergrund steht. Auch das Ende war damit einhergehend wenig befriedigend. Mir persönlich kam es nicht so vor als hätte Davy etwas aus der Sache gelernt und insgesamt hatte man einfach das Gefühl zwei völlig verschiedene Romane gelesen zu haben. Es ist immer noch eine gute Reihe, aber der Abschluss ist einfach nicht ganz stimmig.

Fazit:
„Infernale – Rhapsodie in Schwarz“ hätte durchaus gut sein können, wenn Davys Charakterentwicklung wenigstens einen sinnvollen Verlauf genommen hätte. So hat man das Gefühl alles nur passiv zu beobachten und keinen Anteil am Geschehen zu haben – da Davy dies auch nicht hat.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt: 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen