Montag, 20. Februar 2017

[Rezension] Die 100 von Kass Morgan

Titel: Die 100
Reihe: Die 100
Band: 1
Autor: Kass Morgan
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 27.07.2015
Seiten: 320
Verlag: Heyne fliegt
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-453-26949-1
Originalpreis: 12,99€

Kurzbeschreibung: 
Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können... 

Meinung: 
Noch vor den Büchern der Autorin wurde bereits die dazugehörige Serie „The 100“ ausgestrahlt, die allerdings in vieler Hinsicht gänzlich andere Wege geht. Ich persönlich bin eine leidenschaftliche Zuschauerin der Serie und war deshalb natürlich auch auf das Buch sehr gespannt, um das sehr schnell verschiedene Gerüchte und Kritikpunkte kursierten. Einer dieser Kritikpunkte betrifft auch das Cover des Romans. An und für sich sehe ich kein Problem darin, die Schauspieler der Serie aufs Cover zu packen, allerdings werden hier drei Charaktere gezeigt, die im Buch gar nicht vorkommen, wodurch andere wichtige Charaktere vernachlässigt werden, die dafür eben nicht in der Serie auftauchen. Das finde ich etwas unglücklich gewählt. Der Klappentext wiederum erzeugt Spannung und verrät dabei nicht zu viel.

Die Idee hinter dem Buch ist auf jeden Fall sehr originell und spannend. Hundert Jugendliche werden auf die Erde geschickt und kämpfen dort ums Überleben. Gleichzeitig gibt es aber auch noch Probleme im Weltall. Dabei verfolgt der Leser die Perspektiven von Clarke, Bellamy, Wells und Glass. Gerade die Spannung baut sich im Buch mit der Zeit auf. Es gibt viele dunkle Geheimnisse, die langsam über Rückblicke aufgedeckt werden. Dabei ist ein Geheimnis entsetzlicher als das andere. Generell ist das Buch sehr dramatisch gehalten und schafft es damit sogar mit den verschiedenen Geheimnissen das Niveau der Serie zu halten, die ja selbst auch regelmäßig mit Schockern aufwartet. Gerade die ganze Welt und Gesellschaft finde ich sehr nachvollziehbar. Die Liebesgeschichten fand ich überwiegend gut verwoben, allerdings ging mir manches etwas zu schnell. Außerdem wurde der Fokus dadurch manchmal etwas zu sehr vom Wesentlichen verschoben. Als Seriengucker fand ich das Buch sehr erfrischend, da es seinen eigenen Weg geht.

Die Perspektivträger sind alle recht sympathisch. Zum einen haben wir die junge Arztauszubildende Clarke, dann den Sohn des Kanzlers, Wells. Außerdem gibt es noch Glass, beste Freundin von Wells und Upperclass-Mädchen. Und dann ist da noch Bellamy, der es schon immer schwer im Leben hatte. Sie alle haben eine sehr ausgefeilte Vergangenheit, die Stück für Stück ans Licht kommt und den Charakteren Kanten und Ecken gibt. Wells mochte ich nicht ganz so sehr, aber das liegt einfach am den Handlungszusammenhängen und seiner Art zu denken.

Der Schreibstil ist leicht lesbar und es gibt viele schöne Beschreibungen im Laufe des Romans. Etwas gestört hat allerdings, dass die Autorin des Öfteren Namen vertauscht hat. Gerade in Glass‘ Perspektive findet man immer wieder stattdessen „Clarke“, was nach dem fünften Mal dann doch langsam bedauerlich ist. Einmal ist keinmal, aber hier reißt es einen immer wieder aus dem Lesefluss und nervt einfach nur.

Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen an dieses Buch herangegangen. Zum einen bin ich ein großer Fan der Serie und habe mir deswegen vom Buch viel erhofft. Gleichzeitig kamen wir schon die verschiedensten Kritiken zu Ohr, wegen derer ich auch so lange unschlüssig war, ob ich den Roman überhaupt lesen soll. Im Nachhinein hat es sich auf jeden Fall gelohnt, denn die Geschichte, die Kass Morgan erzählt, ist auf seine eigene Art interessant und intensiv. Dabei gehen die Handlungsstränge einen völlig anderen Weg und zudem hat man hier auch mehr das Gefühl, dass sich alles wirklich so zugetragen haben könnte, da es teilweise erbarmungsloser ist, aber auch besser erklärt wird.

Fazit: 
„Die 100“ ist ein interessanter und spannender Roman für Dystopie- und Weltuntergangsliebhaber. Neben viel Drama, Action und schockierenden Enthüllungen können auch die Charaktere und die kleinen Liebesgeschichten überzeugen.

Gesamt: 4/5

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Reihe:
Band 1: Die 100
Band 2: Die 100 - Tag 21
Band 3: Die 100 - Heimkehr

Kommentare:

  1. Hey, schön das dich das Buch auch begeistern konnte.
    Wie du so schön angemerkt hast, fand ich die Unterschiede zur Serie auch alle echt toll. Die Rückblenden waren auch großartig und das Buch hatte einfach eine schöne Grundspannung, wenn man das so nennen kann.
    Bist du dir sicher das Kass Morgan diejenige war, die die Namen verwechselt hat oder ist da eher was in der Übersetzung/Korrektur schief gegangen? Eigentlich kann ich mir nämlich gar nicht vorstellen das die Autorin solch einen Fehler macht. Zumal sich dieser Fehler ja doch stark durch das Buch gezogen hat O.o
    Schöne, nachvollziehbare Rezension! :)

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Huhu Andrea!

      Da hast du absolut Recht. Gerade die Rückblenden waren wirklich faszinierend. Ähnliches gibt es zwar auch in der Serie, aber dann ja doch anders. Und die meisten Hintergründe sind ja auch eher anders, siehe z.B. Clarke und ihre Eltern.
      Also, ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, ob Übersetzer oder Autor daran Schuld war, aber ich bin von der Autorin ausgegangen, weil ich angenommen hätte, dass der Autor die Sätze ja eher wiedergibt und der Autor sie produziert, wobei so eine Verwechslung ja eher passiert. Natürlich erklärt das nicht, warum der Übersetzer den Fehler im Deutschen dann nicht korrigiert hat. Im Endeffekt wäre es aber von beiden Seiten sehr seltsam, gerade weil es ja doch sehr aufgefallen ist. Wenigstens kam das im zweiten Band nicht mehr vor.
      Dankeschön. :)

      Liebe Grüße,
      Diana

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