Mittwoch, 15. Februar 2017

[Rezension aus dem Archiv] Der Geist der Bücher von Christoph Wortberg und Manfred Theisen

Titel: Der Geist der Bücher
Autor: Christoph Wortberg & Manfred Theisen
Genre: Jugendfantasy
Erscheinungsdatum: 01.08.2007
Seiten: 304
Verlag: List
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3471789483
Originalpreis: 19,90€

Kurzbeschreibung:
Romeo wird ermordet, Don Quijote ist verschwunden – und wer droht Kapitän Ahab? Die berühmte Schriftstellerin Lynn aus New York kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass die Welt der Literatur in Gefahr ist. Gondars Schergen meucheln Helden, zerstören Schauplätze und löschen die Erinnerung an ferne Zeiten. Nur – wer ist dieser Gondar? Lynn muss die Welt retten, die ihr so viel bedeutet. Ihr fünfzehnjähriger Neffe Ben folgt ihr, denn schließlich ist sie seine letzte Verwandte und Vertraute. Mit Hilfe eines Amuletts nimmt er ihre Spur auf und gelangt so in das Verona Romeo und Julias. In letzter Sekunde rettet er Julia vor den Häschern Gondars. Mit ihr und Romeos Freund Mercutio an der Seite setzt er seine Reise durch die aufregende Welt der literarischen Abenteuer fort – immer auf der Suche nach seiner Tante und dem Rätsel der Zerstörung dieser Welt. Dann nimmt Gondar auch ihn und seine Freunde ins Visier.

Meinung: 
Das Cover des Buches finde ich eigentlich ganz schön. Die Kurzbeschreibung finde ich leider zu treffend für den Roman. Wirklich spannend klingt sie nicht.

Die Handlung ist recht solide. Schon von Beginn an ist das Buch leider etwas zu durchsichtig und lässt viele Vermutungen für das Ende zu, die sich dann auch bestätigen. Generell wird eigentlich alles geboten, was man sich an Abenteuern vorstellen kann. Ein wenig zu sehr in den Vordergrund getreten ist mir hier allerdings die kleine Liebesgeschichte, die sich anbahnt, zumal mir genau dieser Part ein bisschen zu schnell ging. Für Jugendliche ist das Buch aber mit Sicherheit handlungsbezogen gut geeignet. Es gibt viel Action und im Grunde passiert eigentlich immer irgendetwas.

Die Charaktere sind etwas grenzwertig. Je nach Wichtigkeit sind sie natürlich auch mehr oder weniger intensiv ausgearbeitet. Ben, die Hauptfigur, ist noch am besten gelungen, auch wenn ich persönlich finde, dass man seine Hintergrundgeschichte auch noch deutlicher einbauen hätte können, denn oftmals wirkt es mehr wie ein Versuch Spannung damit zu erzeugen. Der zweite Protagonist, Mercutio, hat wiederum eine gute Hintergrundgeschichte, die auch durchaus glaubwürdig ist. Julia wiederum ist für meinen Geschmack viel zu flach geworden und trägt auch leider nicht viel zur Handlung bei. Im Großen und Ganzen mag es für diesen Roman aber reichen, auch wenn ich dennoch finde, dass mit einer tieferen Ausarbeitung der ganze Roman viel spannender hätte werden können.

Der Schreibstil der beiden Autoren ist für ein Jugendbuch angemessen. Man kann alles recht flüssig lesen, manchmal gibt es vielleicht ein paar langweilige, zu ausschweifend beschreibende Passagen. Vor allem die Handlung und auch ein großer Teil wörtlicher Rede bestimmen das Buch. Aus meiner Sicht sind die Cliffhanger am Ende der Kapitel allerdings nicht immer gut gelungen.

Ich fand das Buch jetzt nicht unbedingt Bombe. Zwischendrin habe ich es sogar für mehrere Tage weggelegt, weil es mich einfach nicht gereizt hat. Ich finde es schön, wie man hier in verschiedene Bücher eintaucht, aber dennoch war es mir oftmals zu eindeutig. Gegen Ende wurde es ein wenig fesselnder, aber das Potenzial, das das Buch durchaus hatte, wurde nur minimal ausgeschöpft. Es mag zwar ein Jugendroman sein, aber ich hätte trotzdem mehr Tiefe erwartet.

Fazit: 
Das Buch ist kein absolutes Lesemuss, aber für Jugendliche sicherlich ein schöner Einstieg in die klassische Literatur. Wer allerdings etwas tief durchdachtes lesen möchte, sollte dieses Buch lieber nicht wählen.

Gesamt: 3/5

Inhalt: 3/5
Charaktere: 2/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 3/5

Geschrieben am: 23.07.2014
Zusatzinfo: Absatz zur Aufmachung gekürzt

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