Donnerstag, 16. Februar 2017

[Rezension] The Amateurs - Wer zuletzt stirbt von Sara Shepard

Titel: Wer zuletzt stirbt
Reihe: The Amateurs
Band: 1
Autor: Sara Shepard
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 13.02.2017
Seiten: 384
Verlag: cbt
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-31130-1
Originalpreis: 9,99€

Kurzbeschreibung: 
Aerin Kelly war elf, als ihre ältere Schwester Helena verschwand. Fünf Jahre später wird Helenas Leiche gefunden. Sechs Jahre später legt die Polizei den Fall zu den Akten, ohne eine Spur vom Mörder. Aerin macht sich auf eigene Faust auf die Suche. Über die Website Case Not Closed nimmt sie Kontakt zu zwei Teenagern auf, Seneca und Maddox, die ebenfalls Angehörige verloren haben. Gemeinsam versuchen sie, den Fall Helena zu lösen. Doch als ihre Nachforschungen voranschreiten, schwant ihnen, dass ihre Zusammenarbeit kein Zufall ist. Und dass etwas – oder jemand – alle drei Fälle verbindet… 

Meinung: 
Dies ist Shepards vierte Reihe, die im Deutschen veröffentlicht wird. Das Cover des Romans macht wie bei ihren anderen Romanen gewohnt einen eher heiteren, mädchenhaften Eindruck. Was Pralinen nun mit dem Buch zu tun haben, bleibt letztendlich aber leider ungeklärt. Der Klappentext bringt den Inhalt recht gut auf den Punkt, verdreht aber auch ein bisschen die Tatsachen und rückt den Fokus auf die Gemeinsamkeit der Vorfälle etwas zu sehr in den Vordergrund. Denn diese Erkenntnis ergibt sich erst ganz zum Schluss und somit wird der Clou bereits vorweggenommen.

Der Einstieg ins Buch war für mich etwas schwerfällig, was aber nicht an der Handlung, sondern an den speziellen Charakteren liegt. Aber sobald man dann einmal drin ist, liest es sich sehr zügig. Wirklich überzeugen konnte mich die Handlung dennoch nicht. Spannung kommt eigentlich nie auf. Die Jugendlichen forschen ein bisschen nach, verrennen sich und bekommen dann zufällig immer die richtigen Tipps. Es gab einen Moment, bei dem ich wirklich mitgefiebert hatte, aber da wurde dann leider das Potenzial verschenkt. Schon recht früh zeichnet sich dann auch ab, was hinter dem Mord stecken könnte und wird schon fast etwas klischeehaft dargelegt. Keine spannenden Überraschungsmomente. Das könnte daran liegen, dass der Schwerpunkt der Geschichte fast ein bisschen zu sehr auf den Liebesbeziehungen liegt, die sich hier anbahnen. Die waren zwar überwiegend überzeugend, aber nehmen sehr viel Platz ein und wirken dadurch fast wieder etwas erzwungen, um sich mit der Haupthandlung zu verhaken. Auch wird sehr wenig ausgeführt und erklärt. Hinweise werden kurz aufgegriffen und wieder verworfen. Dank dem Klappentext habe ich zudem darauf gewartet, dass sich ein Zusammenhang zwischen den Morden ergibt, aber das kommt ja erst ganz am Ende. Letztendlich habe ich deutlich mehr erwartet.

Die Charaktere an sich sind alle recht sympathisch, wenn man erst einmal warm mit ihnen geworden ist, selbst mit ihren Macken, aber bleiben trotzdem eindimensional. Im Mittelpunkt der Handlung steht natürlich die junge Aerin, die im Grunde ein typisches Upperclass Mädchen mimt. Ihr Counterpark ist die schlaue Seneca, die sich nichts aus Partys und Kleidern macht. Ein bisschen erinnert hat sie mich dabei an Spencer aus der Pretty Little Liars-Reihe. Dann gibt es da noch Maddox, der wiederum ein angesagter Typ in der Umgebung und zudem sehr sportlich ist. Im Großen und Ganzen also eine bunte Mischung aus allem. Auch die anderen Mitglieder der Amateur-Gruppe ergänzen das Team sehr gut. Trotzdem lernt man sie kaum näher kennen.

Der Schreibstil ist in dieser Reihe deutlich erwachsener und ausgereifter als zum Beispiel in der Pretty Little Liars-Reihe. Dies passt auch dazu, dass die Protagonisten schon deutlich älter sind und teilweise bereits studieren. Auch fließen hier wieder einige jugendliche Begriffe ein, aber es ist nicht so dominant, dass es auffällig wäre. Ansonsten war es wie bei Shepard üblich leicht zu lesen, ohne sperrige Beschreibungen und dafür mit vielen Dialogen.

Der erste Band der „The Amateurs“-Reihe birgt auf jeden Fall eine gewohnt verstrickte Handlung mit vielen Geheimnissen, die ans Licht kommen. Trotzdem muss ich persönlich sagen, dass bereits in diesem Band viel Potenzial verschenkt wird. Zum Beispiel wird auf die Homepage „Offener Fall“ im Laufe des Romans kaum Bezug genommen, obwohl da alles seinen Anfang hatte. Auch ist alles sehr durchschaubar, allein dadurch, dass viele Hinweise verworfen werden. So hat man einen sehr geradlinigen Weg, um den Schuldigen zu finden und kommt der Person dann auch weit vor dem Ende auf die Spur. An und für sich ist der Roman aber eine interessante Einleitung in die neue Reihe, die sich ja vielleicht noch steigern kann.

Fazit:
„Wer zuletzt stirbt“ kann mit Shepards bekannteren Romanen leider nicht ganz mithalten, hat aber dennoch eine interessante Handlung, die viel Potenzial birgt. Zudem richtet sich der Roman hier eher an jugendliche Erwachsene und behandelt nebenbei Themen wie College oder Stipendien.

Gesamt: 3/5

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Reihe:
Band 1: Wer zuletzt stirbt 

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