Montag, 30. Januar 2017

[Rezension] Die Diebin von Torsten Fink

Titel: Die Diebin
Reihe: Die Tochter des Magiers
Band: 1
Autor: Torsten Fink
Genre: All Age Fantasy
Erscheinungsdatum: 14.04.2009
Seiten: 416
Verlag: Blanvalet
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-442-26631-9
Originalpreis: 9,95€

Klappentext: 
Maru ist eine Sklavin. Auf sie wartet der Dienst in der Palastküche oder auf den Feldern vor der Stadt. Bis sie vom skrupellosen Grabräuber Tasil gekauft wird – der Maru als Figur in seinem gefährlichen Spiel um Reichtum und Macht missbraucht. Und auch ein uralter Daimon namens Utukku entwickelt Interesse an der jungen Frau. Denn er hat erkannt, dass in den Adern der Sklavin das Blut der mächtigen Magier der Sümpfe fließt… 

Meinung: 
Neben der offiziellen Blanvalet-Ausgabe der Romanreihe besitze ich selbst eine ungekürzte Sonderausgabe, die ein anderes Cover besitzt. Generell ist dieses aber vom Stil her genauso gehalten. Daher beziehe ich mir hierbei auf das Blanvalet-Cover und den Klappentext auf der Verlagsseite. Beides finde ich gut gewählt, auch wenn das Cover etwas nichtssagend ist und der Klappentext nach dem Lesen des Romans verheißungsvoller klingt als das Abenteuer letztendlich war.

Das heißt aber keineswegs, dass der Roman inhaltlich nichts zu bieten hätte. Die junge Maru wird von Tasil gekauft und begleitet ihn in eine Stadt, in der Tasil sich Reichtum erhofft und ein Streit zwischen Brüder entbrannt ist. Maru wird dabei zum Spielball, erfährt viel über die politischen Strukturen und muss selbst immer wieder ihren Kopf hinhalten. Durch das Sklavenmädchen, das sich in der Welt selbst kaum auszukennen scheint, kann der Leser schnell anknüpfen und erfährt viel über die Welt, in der die Handlung spielt. Beim Weltenbau legt Fink ein Glanzstück hin und schafft mit dem ersten Band der Trilogie eine authentische Welt. Diese lässt an den Orient denken. Leider lässt die Stärke des Romans – also der Weltenbau – die Handlung in den Hintergrund rücken. Zunächst einmal wird man bereits auf den ersten Seiten mit vielen fremdklingenden Namen konfrontiert, die man sich merken muss. Auch später scheinen Geschichte und Politik wichtiger zu sein als eine spannende, vorantreibende Handlung. Vieles bleibt im Ungewissen. Der Autor scheint es mysteriös zu mögen. Erst spät merkt man, worauf die Handlung in diesem Band hinauslaufen soll und selbst dann ist es nur mäßig spannend, was vor allem daran liegt, dass Maru als Protagonistin nie richtig herausgebildet wurde, sondern immer nur hin- und hergeschickt wird und selbst zwar augenscheinlich nicht ganz unwichtig ist, aber was hinter ihr steckt erfährt man nur indirekt und es scheint bisher keine richtige Bedeutung zu haben. So habe ich das Ende des Bandes auch eher müde belächelt. Auch mit dem Fantasy-Aspekt des Romans konnte ich nur wenig anfangen, da darauf kaum eingegangen wurde. Es gibt zwar einige verstrickte Plotstränge, die sehr clever sind, aber da die Handlung eher vor sich hin tröpfelt, kommen diese kaum zur Geltung.

In dem Roman scheint Maru eigentlich die zentrale Figur zu sein, aber dennoch erfährt man über sie nur wenig bis gar nichts. Sie bildet sich keine richtigen eigenen Meinungen und bleibt eher im Hintergrund. Zudem kommt hinzu, dass sie sehr naiv ist und nicht daraus lernt. Am Ende hatte ich das Gefühl, mehr über fast alle anderen Charaktere zu wissen. Da ist Malk Numur, der schnell in Rage gerät. Tasil, das Schlitzohr, das nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist. Immit Schaduk, der gern die Strippen in der Hand hält. Sie alle werden viel besser charakterisiert und wirken wiederum in sich gut durchdacht, während Maru blass bleibt.

Der Schreibstil passt sehr gut zum Roman und dem Fantasy-Genre. Es gibt zwar öfter ein paar eher umständliche Sätze, aber im Großen und Ganzen gelingt es Fink, seine Welt mit Worten zu zeichnen. Die verschiedenen Orte hatte ich dadurch sehr gut im Kopf. Die Figuren werden leider sehr viel anhand ihrer Herkunft beschrieben, was beim bildlichen Vorstellen nicht sonderlich hilft. Gerade für einen All Age-Roman kann der Autor zwischen einfach Dialogen und ausgeprägten Beschreibungen vermitteln. Am Anfang der Kapitel gibt es außerdem immer einen Satz, der etwas über die Kultur und Geschichte der Akkesch aussagt.

Leider muss ich sagen, dass sich meine Begeisterung für diesen Roman in Grenzen hält. Vieles war mir zu rätselhaft, die Hauptfigur zu blass und hinzukam, dass das Erzähltempo geradezu einschläfernd ist und bis auf die Intrigen, die gesponnen werden, einfach nichts passiert. Fast hat man das Gefühl als wäre eigentlich Tasil der Protagonist. Das Setting an sich war großartig erdacht, wenn auch vielleicht zu intensiv in den Vordergrund gerückt, aber eine richtige Handlung lässt sich kaum erkennen. Nachdem man als Leser auch überhaupt nichts erfährt, wird es irgendwann sehr anstrengend, dem Roman noch weiter zu folgen und das Ende war absolut vorhersehbar. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Folgebände dieses Defizit wieder ausbügeln können.

Fazit:
„Die Diebin“ könnte Leser begeistern, die für einen gut durchdachten Weltenbau und orientalisches Setting brennen. Handlung und Charaktere bleiben dabei aber im Hintergrund.

Gesamt: 3/5

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

Reihe:
Band 1: Die Diebin
Band 2: Die Gefährtin
Band 3: Die Erwählte

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