Montag, 17. Oktober 2016

[Rezension] Ein Schloss aus Alabaster von Valentina Fast

Titel: Ein Schloss aus Alabaster
Reihe: Royal
Band: 3
Autor: Valentina Fast
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 01.10.2015
Seiten: 249
Verlag: Impress
Format: Ebook
ISBN-13: 978-3-646-60162-6
Originalpreis: 3,99€

Kurzbeschreibung: 
Nur zwölf Mädchen sind in der prunkvollen Fernsehshow zur Wahl der Prinzessin übriggeblieben und immer noch weiß niemand, wer von den vier jungen Männern der wahre Anwärter auf den Thron ist. Tatyana ist das aber mittlerweile egal. Ihr Herz schlägt bereits für einen von ihnen und was sie auch versucht, sie kann nichts dagegen tun. Erst als ihre Erinnerung an das zurückkehrt, was wirklich in der Nacht des Meteoritenschauers passiert ist, beginnen ihre Gefühle wieder zu schwanken… 

Meinung: 
Auch das Cover des dritten Bandes weckt sofort Assoziationen mit der gesamten Reihe. Auf der einen Seite wirken das Cover – wie auch die anderen – sehr passiv und erzählt nicht wirklich etwas über den Inhalt des Romans, aber drückt gleichzeitig sehr gut aus, um was es vordergründig geht: Eine Prinzessinnenauswahl. Der Klappentext gefällt mir hier bisher am besten, da er nicht nur die Auswahl behandelt, sondern auch den zweiten Plotstrang aufnimmt. Allerdings ist die Kurzbeschreibung trotzdem ein bisschen irreführend formuliert. Und wirklich spannend eigentlich auch nicht, aber das Ende des zweiten Bandes sorgt vermutlich allein dafür, dass man weiterliest.

Hier ist mir der Prolog zum ersten Mal wirklich unangenehm aufgefallen. Er ist aus Tatyanas Sicht geschrieben, die bereits alles durchlebt hat und sich zurückerinnert. Aber da sie dabei einfach keine wichtige Information verrät, hätte man den Prolog genauso gut weglassen können. Wo ich im zweiten Band noch sagen konnte, dass es sich gebessert hat, bleibt die Verbesserung hier leider aus. Die Handlung ist nicht wirklich spannend und gerade nach diesem Band hatte ich das Gefühl, dass ich an der Stelle auch gut und einfach hätte abbrechen können, auch wenn man bis dahin noch nicht weiß, wer der Prinz ist und was es mit den Meteoriten auf sich hat. Die Liebeshandlung wird hier etwas schlüssiger dargestellt als bisher – zumindest das Verhalten der Charaktere im Bezug darauf – aber ist trotzdem übertrieben. Weiterhin hatte ich das Gefühl, dass Tatyana ständige Gedankenwiederholungen hatte. Immer wieder wiederholt sie die gleichen Gedanken, wenn auch mit anderen Worten. Ohne diese Ausschweifungen hätte man das Buch deutlich kürzen können – und die anderen Bände vermutlich ebenso. Auch Tatyanas Beliebtheit beim Volk und allen vier Männern stößt hier wieder extrem auf. Und auch in diesem Teil drängt sie sich wieder sehr oft in den Vordergrund und wirkt damit egoistisch, auch wenn das nicht direkt angesprochen wird. Auch über die Kuppel und Viterra selbst erfährt man hier wieder nichts und wird damit noch mehr im Regen stehen gelassen als in den Vorbänden.

Zu den Charakteren gibt es weiterhin wenig Neues zu erzählen. Tatyanas Verhalten gegenüber den jungen Männern wird hier etwas glaubwürdiger dargestellt, aber immer noch ist sie nicht wirklich sympathisch. An ihr wirkt einfach etwas falsch, zu perfekt, zu beliebt. Und das ohne, dass sie auch nur einen Finger dafür krümmen müsste. Besonders furchtbar fand ich, wie leicht sie dem jungen Mann ihres Herzens nachgibt, obwohl er sie immer wieder mies behandelt. Die anderen Charaktere werden nur mäßig detaillierter beschrieben. So lernt man hier ein paar der Kandidatinnen etwas besser kennen, aber das bleibt ziemlich begrenzt. In diesem Teil merkt man auch schon, dass sich die jungen Männer teilweise schon für bestimmte Kandidatinnen interessieren.

Der Schreibstil hat sich im Vergleich zum zweiten Band nicht wirklich geändert. Es gibt auch hier wieder Begriffe und Ausdrücke, die nicht ganz reinpassen wollen, aber im Großen und Ganzen liest es sich recht flüssig. Wie bereits erwähnt, hätte man allerdings einiges heraus kürzen können, da gerade hier oft inhaltliche Wiederholungen auftauchen, die mit verschiedenen Ausdrucksweisen wiedergegeben werden.

Letztendlich fand ich den dritten Band der „Royal“-Reihe sogar ein bisschen schlechter als die ersten beiden Bände, was vor allem der mangelnden Handlung geschuldet ist. Auch hier kann ich nur wieder anmerken, dass ich es besser gefunden hätte, wenn man die Reihe nicht so extrem aufgesplittet hätte. Das hätte gerade diesem Band auch etwas mehr Schwung gegeben, da hier nichts Außergewöhnliches passiert und man sich ein bisschen fühlt als würde man auf der Stelle treten. Bis jetzt wurde der neue Plotstrang immer wieder gestreift, aber nie richtig angegangen, was sehr schade ist. Mittlerweile ist nicht einmal mehr richtig interessant, wer eigentlich der Prinz ist, zumal sich die Tendenzen aus den Vorbänden mittlerweile festigen.

Fazit:
„Ein Schloss aus Alabaster“ fällt im Vergleich zu den bisherigen Bänden der Reihe etwas ab und liest sich verhältnismäßig eher zäh. Den Charakteren fehlt weiterhin die Authentizität und auch Spannung kommt hier keine auf.

Gesamt: 2/5

Inhalt: 2/5
Charaktere: 2/5
Lesespaß: 1/5
Schreibstil: 3/5

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