Mittwoch, 19. Oktober 2016

[Rezension aus dem Archiv] Kalix - Fluch der Werwölfe von Martin Millar

Titel: Kalix - Fluch der Werwölfe
Autor: Martin Millar
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 01.09.2010
Seiten: 744
Verlag: Fischer
Format: Broschiert
ISBN-13: 978-3841421029
Preis: 16,95€

Kurzbeschreibung: 
Teenager-Werwölfin Kalix MacRinnalch hat so einige Probleme: ihre Verwandten und die Gilde der Werwolfjäger wollen sie tot sehen und das verstärkt ihre gewaltige Depression ziemlich. Diese mit Drogen zu bekämpfen, vereinfacht die Sache allerdings auch nicht gerade. Zum Glück hat Kalix ihre menschlichen Freunde Daniel und Moonglow, die ihr in London Unterschlupf bieten. Doch die beiden naiven Studenten sind keine wirkliche Unterstützung, wenn es um fiese, modesüchtige Feuergeister und bösartige Gangster-Wölfe geht. Nur der hellseherisch begabte Werwolf Decembrius könnte Kalix helfen, doch er hat seine eigenen Gründe dafür... 

Meinung: 
Rein äußerlich hebt sich der zweite Band der Kalix-Reihe erheblich vom ersten Teil ab. Anders als beim ersten Band ziert keine fotografierte Frau das Cover, sondern ein junges Mädchen im Comicstil, was nicht wirklich zum Thema passt. Außerdem ist das Mädchen keinem der Protagonisten zuzuordnen, da alle anders aussehen. Es wirkt alles sehr flippig, da grelle Farben Titel und Mädchen vom Londoner Hintergrund abheben. Der Titel ist mit aggressivem Rot geschrieben. Die Farbe passt sehr gut, auch wenn das Gesamtbild nicht stimmig ist. Der Buchrücken ist schlichter. Oben sieht man einen Mond und in der Mitte Autor und Titel, wobei letzterer wieder in einem grünen Kästchen steht. Die Rückseite des Buches ist nicht ganz so flippig. Ganz oben in einem grünen Kästchen steht ein knapper Eindruck über die Protagonistin Kalix, darunter steht weiß auf schwarz die Kurzbeschreibung, wobei diese nicht sehr viel über den Inhalt des Buches sagt. Ganz vorne im Buch gibt es auch noch einmal einen Klappentext und ganz hinten Informationen zum Autor und zur Übersetzerin. Und davor wird noch Werbung für diverse Bücher gemacht. Die Schrift ist überraschend groß. Es gibt über 200 Kapitel, die immer Mitten auf den Seiten neu anfangen. Das ist gut nachvollziehbar, da das Buch ein wirklich dicker Schinken ist und auch sehr groß. Schade ist natürlich, dass dieses Buch dem Vorgänger in keinster Weise ähnelt.

Man kann eigentlich sehr schlecht wiedergeben, was in diesem Buch passiert, weil so viele verschiedene Handlungsstränge gleichzeitig ablaufen. Das ist keineswegs schlecht, nur fehlt einem manchmal das Ziel des Buches. Da Kalix die Hauptfigur ist, müsste sie auch irgendetwas anstreben, was sie aber nicht tut. Daher dümpelt das Buch eher dahin, auch wenn es wirklich viele Spannungsmomente gibt und die Idee des Buches absolut genial ist. Dennoch läuft die Handlung oft so ineinander über, dass es wirkt als hätten die Protagonisten eigentlich immer Glück und müssten gar nichts machen, um sich oder andere zu retten.

Wirklich sympathisch sind eigentlich die wenigsten Charaktere, was das Buch aber grundsätzlich nicht schlecht macht. Viele haben schlimme Eigenschaften. Doch am meisten hat mich Kalix gestört. Alle anderen haben wenigstens die Fähigkeit sich weiterzuentwickeln, aber bei Kalix ist es so, dass sich nichts verändert. Das ganze Buch über hofft man, dass es langsam zur Besserung kommt und Kalix endlich etwas aus sich macht. Leider laufen ihre Verhaltensweisen immer nach der gleichen Weise ab. Thrix und Malveria waren auch sehr nervtötend, weil sie nicht wie Erwachsene, sondern oft wie Kinder agieren.

Was zum Schreibstil, aber auch noch ein wenig zu den Charakteren gehört, ist, dass es grässlich war kindische, primitive Dialoge zu lesen, obwohl die meisten der Protagonisten eigentlich sehr gut gebildet sind. Wenn Kalix oder Agrivex kindlich reden, ist das nicht schlimm, aber zum Beispiel bei Dominil, die in Oxford war, erwartet man etwas ganz anderes. Auch außerhalb der Monologe gibt es viele einfache, langweilige Sätze. Es gibt sehr viel wörtliche Rede und eher sehr wenige Beschreibungen. Das Buch liest sich recht flüssig.

Mir fiel es nicht schwer das Buch in verhältnismäßig kurzer Zeit zu lesen. Es gibt so viel Handlung, das man einfach bei der Stange gehalten wird. Dennoch habe ich mich des Öfteren über die Handlung und die Charaktere und besonders deren Dialoge aufgeregt. Den ersten Teil kann die Fortsetzung sicherlich nicht toppen.

Fazit: 
Die Fortsetzung von Kalix muss man nicht unbedingt gelesen haben, wer die Werwölfe aber ins Herz geschlossen hat, sollte sich die Geschichte dennoch nicht entgehen lassen. Die Handlungen sind mal wieder sehr erfrischend.

Gesamt: 3/5

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß:3/5
Schreibstil: 2/5

Verfasst am: 02.03.2011

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