Mittwoch, 14. September 2016

[Rezension aus dem Archiv] Alles voller Himmel von Patricia Koelle

Titel: Alles voller Himmel
Autor: Patricia Koelle
Genre: Gegenwartsliteratur
Erscheinungsdatum: 09.2010
Seiten: 211
Verlag: Dr. Ronald Henss Verlag
Format: Broschiert
ISBN-13: 978-3939937111
Preis: 12,80€

Kurzbeschreibung: 
Fia liebt seit Jahren Anthony, einen herzkranken Künstler, dem der Mut zum Leben und offenbar auch zu einer Beziehung fehlt. Da fällt ihr kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag eine Kontaktanzeige in die Hände. Wenn du Mut hast, melde dich!“, steht da. Geschrieben hat diese Worte ein Mann, der im Rollstuhl sitzt. In Fia steigt eine seltsame Wut auf. Zum Lieben braucht man ohnehin so viel Mut – warum sollte noch mehr davon nötig sein, um einen Mann zu lieben, der nicht laufen kann? Ihrem Ärger, der eigentlich Anthony gilt, macht sie in einem Brief an die angegebene Chiffre Luft. Kaum eingeworfen, vergisst sie den Brief – und dennoch beginnt sich ihr Leben an diesem Tag zu ändern. Bald stellt sich heraus, dass der Unbekannte Anthony merkwürdig ähnlich ist. Damit beginnt für Fia ein Weg voller ungewöhnlicher Umstände und überraschender Ereignisse, an dessen Ende sich zeigt, dass Kleines oft verblüffend groß ist und Glück zwar nicht von alleine kommt, aber erstaunlich viel einfacher sein kann als gedacht. 

Inhalt: 
Fia merkt, dass Anthony sich immer mehr von ihr entfernt. Gleichzeitig macht er ihr aber Mut auf eine Kontaktanzeige zu antworten, durch die sie auf Jono trifft, der im Rollstuhl sitzt. Mit ihm erlebt sie Höhen und Tiefen und merkt wie ähnlich er Anthony doch ist.

Meinung: 
Das Cover ist recht schlicht. Ein blauer Himmel mit weißen Wolken und im Vordergrund eine Blume. Passend zum Titel. Dieser und der Name der Autorin sind ebenfalls schlicht in Weiß darüber geschrieben. Auf der Rückseite steht oben auf mittelblauem Hintergrund die Kurzbeschreibung, darunter ist noch einmal die Blume mit Wolken im Hintergrund. Auch Titel und Autor werden noch einmal genannt. Ebenso ist auch der Buchrücken schlicht gehalten. Das ist eigentlich sehr schade, da das Buch so in der Masse verschwindet und nicht besonders hervorsticht. Vorne im Buch gibt es noch einmal eine Inhaltsangabe und auch die Kapitel sind direkt angegeben. Ganz hinten sind noch Informationen zu Patricia Koelle und ihre anderen Werke zu finden. Auch Bilder gibt es innerhalb dieses Romans. Die Schrift ist recht groß, dadurch aber gut zu lesen.

Die Handlung wird einem ziemlich schnell klar. Es geht hierbei um das Leben der Leute, die es schwerer haben und dass für diese alles ganz besonders ist. Jono sitzt im Rollstuhl und Fia, die Protagonistin, erlebt mit ihm gute und schlechte Zeiten. Ich muss allerdings sagen, dass die Kurzbeschreibung hierbei ein wenig irritierend ist. Das Buch hat viel weniger mit Anthony zu tun als erwartet. Der Schwerpunkt liegt darauf zu verdeutlichen wie der Alltag mit einem Rollstuhlfahrer aussieht. Dies ist Koelle aber wirklich gut gelungen. Man ist direkt mitgerissen von der Handlung. Auch gibt es keine langweiligen Phasen. Ich hatte nur die ganze Zeit erwartet, dass noch etwas wegen Anthony passiert, aber er wird zwar häufig erwähnt, hat aber keine besondere Rolle in sich.

Alle wichtigen Charaktere sind wirklich sehr sympathisch und wachsen einem schnell ans Herz. Man leidet mit Fia und Jono mit und gönnt ihnen genauso sehr die schönen Zeiten. Fia ist leider etwas flacher geworden als Jono. Es hat mich ein wenig gestört, dass sie ihr ganzes Leben so plötzlich und komplett für Jono aufgibt. Ansonsten kann man sich aber gut in sie einfühlen und auch Jonos Sichtweise der Dinge versteht man sofort.

Die Autorin nimmt einen mit ihren wortgewandten Formulierungen direkt gefangen. Dieses Buch beherbergt sehr viele Sätze, die mich berührt haben. Koelles Schreibstil geht wirklich unter die Haut. Es gibt besonders viele Beschreibungen im Buch, wörtliche Rede wird dagegen eher knapp gehalten. Dennoch ist das nicht weiter störend, da die Protagonistin dem Leser nie langweilige Dinge zu erzählen hat. Es liest sich alles fließend.

Ich persönlich habe das Buch zügig durchgelesen und war sogar ziemlich unglücklich darüber, wenn ich keine Zeit hatte weiterzulesen. Es ist ein sehr aufmunternder und Mut machender Roman, den man zwischendurch auf jeden Fall verschlingen kann. Herzergreifend und zum Nachdenken anregend.

Fazit: 
Ein wunderbares Buch, das davon erzählt, dass es im Leben immer schöne Momente gibt und man diese genießen sollte. Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich nicht an schlichten Geschichten stört.

Gesamt: 4/5

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 5/5

Verfasst am: 01.02.2011

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