Donnerstag, 4. August 2016

[Rezension aus dem Archiv] Rückblick #001

Jeden Mittwoch veröffentliche ich eine Rezension von meinem früheren Blog. Diese sind teilweise bis zu sechs Jahren alt und haben in mir den Wunsch geschürt sie nicht einfach so stehen zu lassen. Wenn man Stil und Ausdrücke betrachtet, sind sie leider sehr schlecht geschrieben. Aber es sind ehrliche Meinungen gewesen. Manchmal, wenn ich Schnitzer sehe, verbessere ich sie, meistens lasse ich es aber. Warum? Wenn ich sie verbessern würde, könnte ich sie auch neu schreiben, aber da ich die meisten der Bücher seit vielen Jahren nicht gelesen habe, könnte ich der alten Rezension inhaltlich nicht gerecht werden. Und deshalb möchte ich ab jetzt meine aktuelle Meinung abgeben. Meine Meinung zu den Rezensionen und Büchern. Viele kennen bestimmt Favolas Stempel-Aktion. Dies hier soll eine Anlehnung daran werden. Ich will mir die alten Rezensionen anschauen und meine heutige Meinung abgeben, vor allem ob ich das Buch positiv in Erinnerung behalten habe und was daran. Ob ich es nochmal lesen wollen würde, etc.
Dadurch bleiben die alten Rezensionen nicht blass und ich habe nicht das Gefühl ein Buch anzupreisen oder zu zerreißen, bei dem sich meine Meinung abgekühlt hat, sondern ich kann nochmal einen aktuellen Bericht dazu abgeben.

Tote Mädchen lügen nicht von Asher Jay

Ich habe dem Buch 3 von 5 Punkten gegeben, Durchschnitt also. Und passend dazu muss ich auch sagen, dass mir der konkrete Inhalt kein bisschen im Kopf geblieben ist. Es war nicht schlecht genug, um sich daran zu erinnern und auch nicht gut genug. Ich weiß noch, dass es damals ein Roman war, der in aller Munde und die Rezension eine meiner beliebtesten Beiträge war. Und die Thematik an sich finde ich auch immer noch wunderbar. Erst im Juli habe ich wieder ein Hörbuch zum Thema Selbstmord angehört. Aus der Rezension kommt ja auch heraus, dass mir der Inhalt an sich eigentlich zugesagt hat, aber die Art, wie es geschrieben ist, damit kollidiert. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Kritik an dem Buch damals gerechtfertigt war. Wahrscheinlich würde ich es sogar noch einmal lesen, um meine Meinung aufzufrischen. Trotz der Bewertung ist es mir aber zumindest ganz grob immer im Hinterkopf geblieben.

Nox - Das Erbe der Nacht von Michael Borlik

Dieses Buch verfolgt mich bis heute. Ich hab es damals bei der Buchhandlung Athesia Test gelesen und musste es danach zurückgeben. Und seither wollte ich es mir immer kaufen, aber irgendwie kam ich einfach nicht dazu und dann habe ich es nur noch gebraucht gefunden. Mittlerweile scheint man das gebundene Buch aber zumindest bei Amazon normal ordern zu können. Allerdings findet man auf der Verlagsseite nichts mehr dazu. Anscheinend hat Carlsen das Buch 2013 nochmal verlegt, aber auch dazu findet sich rein gar nichts. Und ein zweiter Band ist wohl auch nie erschienen. Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich mich nicht mehr an den Inhalt erinnere, obwohl ich 5 von 5 Punkten vergeben habe. 6 Jahre sind eine lange Zeit, aber ich habe schlechtere Bücher gelesen, an die ich mich besser erinnern kann. Im Nachhinein würde ich also sagen, dass es doch kein Verlust ist, dieses Buch nicht gelesen zu haben. Aber ich bin auch überzeugt davon, dass ich mich bestimmt noch einmal darin verlieben könnte. Zumindest wenn ich der Rezension vertraue, die ja wirklich euphorisch klingt. Zumindest war es ein wirklich gutes Jugendbuch.

Morgenrot von Tanja Heitmann

Es klingt fast traurig, aber hier erinnere ich mich sogar noch ganz grob an Szenen, die mich völlig verwirrt haben. An mehr als bei den besser bewerteten Büchern. Ich weiß noch wie furchtbar es für mich war dem Hörbuch zu lauschen und dass es irgendwie nicht so ganz Sinn machen wollte. Vielleicht lag es auch an mir, aber ich hatte das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Und so richtig erreicht hat mich das Hörbuch auch nicht. Eines hat es jedenfalls bewirkt: Dass ich die Finger von Tanja Heitmann lasse. Bis heute. Und ich werde dieses Hörbuch auch wirklich nie wieder anhören. Wenn die Hülle nicht leider beschädigt wäre, würde ich es vermutlich sogar auf eBay verkaufen. Mittlerweile scheint es das Buch auch nur noch als eBook zu geben. 1 von 5 Punkten ist vielleicht ein bisschen hart, aber da ich offensichtlich - und das weiß ich auch heute noch sehr gut - ständig den Faden verloren habe, ist es wohl gerechtfertigt. Vielleicht war das Buch ja besser. Da das Hörbuch nur eine gekürzte Fassung war, kann es auch einfach am Zusammenschnitt liegen. Aber nichtsdestotrotz mochte ich die Charaktere und Handlung nicht.

Flügelschlag von Jeanine Krock

An die Tierärztin mit dem Engel kann ich mich sogar noch recht gut erinnern und habe dabei einzelne Szenen im Kopf. Mein allgemeiner Eindruck heute ist aber, dass das Buch wahrscheinlich überhaupt nicht mehr zu meinem Lesegeschmack passen würde - zumindest gehe ich davon aus, wenn es wirklich so auf die Romantik fixiert ist - und ich habe es auch nicht mehr so positiv in Erinnerung, auch wenn mir einige Szenen im Kopf herumschwirren, die actionreich und ansprechend waren. Ob ich das aber einfach verwechsle, weiß ich auch nicht. 3 von 5 Punkten sprechen ja doch eher für einen durchschnittlichen Roman und zumindest die Bewertung würde zu meiner Erinnerung passen. Ich habe auch noch ein anderes Buch der Autorin auf meinem SuB liegen, aber bisher nicht gelesen. Warum? Ich habe immer im Hinterkopf gehabt, dass dieses hier nicht besonders überwältigend war und natürlich vor allem auf die Liebesgeschichte setzt. Ich würde es auch nicht noch einmal lesen.

Du von Zoran Drvenkar

Dieses Buch habe ich damals von vorablesen.de als Rezensionsexemplar bekommen. Mittlerweile scheint Ullstein es nur noch als Taschenbuch zu verkaufen. Zoran Drvenkar ist ein recht bekannter Thrillerautor. Neben diesem Buch habe ich erst 2014 noch "Still" als Rezensionsexemplar von ihm gelesen, das aber vom Verlag Eder & Bach herausgeben wurde. Ich weiß noch, dass "Du" mich sehr zwiegespalten dastehen lassen hat. Das Buch ist großartig, keine Frage, und ich erinnere mich auch immer noch an viele Szenen, wenn auch natürlich nicht im Detail. Die Handlung ist auch nur noch ganz grob in meinem Kopf geblieben, aber mir im Vergleich zu den anderen Büchern dieses Beitrags vermutlich noch am besten in Erinnerung. Der Schreibstil war für mich damals wirklich interessant. Man muss sich erst einmal reinfinden, aber dann liest es sich sehr flüssig und fesselnd. Mein Problempunkt war die Tatsache, dass hier viele Dinge beschrieben werden, mit denen ich als Durchschnittsbürger nichts zu tun habe. Ich glaube, Drogen waren zum Beispiel ein Thema, das vorkam. Aber wenn man mal davon absieht, hat mich das Buch sehr begeistert. Ob ich es noch einmal lesen würde? Puh, es war wirklich gut, aber ich denke nicht.

Es ist zugegeben echt schade, dass viele Bücher so leicht in Vergessenheit geraten. Aber gerade deswegen finde ich es wirklich gut noch einmal über die alten Rezensionen zu reden. 

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