Mittwoch, 10. August 2016

[Rezension aus dem Archiv] Die Wahrheit über Alice von Rebecca James

Titel: Die Wahrheit über Alice
Autor: Rebecca James
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 22.10.2010
Seiten: 320
Verlag: Wunderlich
Format: Gebunden
ISBN-13: 978-3805250030
Preis: 16,95€ (als Taschenbuch 8,99€)

Kurzbeschreibung: 
Ein dunkles Geheimnis. 
Ein zerstörtes Leben. 
Eine neue Freundin, die dir hilft zu vergessen. 
Aber was, wenn sie nicht ist, was sie zu sein scheint? 

Als Alice sie zu ihrer Geburtstagsparty einlädt, ist Katherine mehr als überrascht. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule, will mit ihr feiern? Dabei ist Katherine eine Einzelgängerin, die sich von allen fern hält, damit keiner ihr Geheimnis erfährt: Niemand soll wissen, was mit Rachel, ihrer kleinen, talentierten Schwester, passiert ist. Vor Katherines Augen, die nichts tun konnte, um ihr zu helfen. Katherine erlebt die Party wie im Rausch, Alice weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Bald entdeckt Katherine, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt… 

Inhalt: 
Katherines Schwester Rachel wurde ermordet. Seitdem schottet sie sich von allen anderen ab. Doch dann kommt Alice, die sich unbedingt mit ihr anfreunden will und Katherine kann ihr nicht widerstehen. Schnell stellt sie allerdings fest, dass Alice auch ihre schlechten Seiten hat und sich seltsam aufführt.

Erster Satz: 
Ich war nicht auf Alice’ Beerdigung. 

Meinung: 
Die Aufmachung des Buches ist schön auffällig gemacht, aber nicht übertrieben. Der Hintergrund ist weiß und rote Blüten sind darauf zu sehen, so wie ein Mädchen, das mit geschlossenen Augen daliegt. Der Titel ist einheitlich und schön geschrieben und das „Alice“, das sich abhebt, ist schön geschwungen. Auf dem Buchrücken steht meiner Meinung nach nicht genug, um den Leser wirklich zum Kauf zu reizen, aber es ist interessant. Der Farbwechsel zwischen rot und schwarz ist auch sehr ansehnlich. Der Klappentext ist dagegen schon informativer. Auf der letzten Seite stehen Infos über die Autorin. Das Buch ist außerdem in zwei Teile gegliedert, was ich persönlich anfangs gar nicht richtig mitbekommen habe. Hätte man etwas deutlicher machen können. Ich war nämlich sehr verwirrt, als da plötzlich Teil zwei stand. In der Geschichte fällt es auf, aber am Anfang nicht. Die kleine Schrift war mir am Anfang ein absoluter Graus, weswegen ich das Buch unter anderem wahrscheinlich nicht so schnell lesen wollte. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, aber es ist trotzdem ziemlich klein. Die Kapitellänge ist auch in Ordnung. Insgesamt sieht alles wirklich schön aus. Irritierend könnte sein, dass auf dem Buch so große Lettern sind und innen ganz winzige.

Die Handlung ist anfangs nicht allzu berauschend. Klar, der Leser fragt sich ständig, was genau Rachel passiert ist und warum Katherine sich immer die Schuld für den Tod ihrer Schwester zuschiebt und natürlich stellt sich auch die Frage, was mit Alice ist, aber eines vorweg: Wenn man vorher die Leseprobe gelesen hat, ist man erst einmal nicht sehr begeistert. Sie ist so zusammengeschnitten, dass der Leser nicht erfährt, dass Alice später von Rachel erfährt. Nach ca. etwas weniger als der Hälfte des Buches fand ich es schon uninteressant und fragte mich ernsthaft, was jetzt mit Alice sein soll. Allerdings ging diese Ungeduld schnell weg. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber Katherine findet noch andere Freunde und die Geschichte darum fand ich sehr schön. Ich habe am Ende des Buches auch fast geweint. Das passiert mir sehr selten. Dieser Roman ist thematisch wirklich ergreifend.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben eine Persönlichkeit. Jeder entwickelt sich deutlich weiter. Katherine geht immer mehr aus sich heraus, Robbie wird immer trauriger und Alice wird immer fieser. Aber das geht nicht von heute auf morgen, sondern passiert beobachtbar langsam, in einem fließenden Übergang. Sympathisch sind die meisten Charaktere auch. Die Autorin hat es geschafft die Bösen als böse darzustellen und die Guten als gut. In diesem Buch sind die Persönlichkeiten der Hauptfiguren auch sehr wichtig. Ich war am Ende fast verliebt in die guten Protagonisten. Ich konnte richtig mit Katherine leiden.

James’ Schreibstil ist flüssig und die Präsensform macht alles noch fesselnder. Es gibt wirklich viel wörtliche Rede und die Beschreibungen sind nicht zu lang. Es ist alles sehr ausgewogen und irgendwann kommt es einem vor als wäre man selbst direkt vor Ort. rein zu finden war schwierig, aber wenn man drin ist, will man gar nicht mehr, dass das Buch endet.

Ich habe das Buch nach dem ersten Drittel in einem Rutsch durchgelesen und war sehr positiv überrascht. Es hat mich wirklich mitgerissen und ich wünschte, es würde eine Fortsetzung kommen. Das Ende hatte ich allerdings zum Teil erahnt, was das Buch aber nicht weniger spannend gemacht hat. Im Gegenteil.

Fazit: 
Dieses Buch ist unglaublich toll. Man muss sich zwar erst einmal einfinden, was dauern kann, aber man bereut sicher nicht, es zu lesen. Besonders für sehr emotionale Menschen und Leute, die gerne eher Krimis lesen, ist dieser Roman passend.

Gesamt: 4/5

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4/5
Gestaltung: 4/5
Schreibstil: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

Verfasst am: 09.11.2010

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